Rutte: USA werden Nato nicht verlassen - verstehe Trumps Frustration
Berlin, 18. Apr (Reuters) - Nato-Generalsekretär Mark Rutte tritt laut einem Medienbericht Spekulationen entgegen, die USA könnten möglicherweise aus der Verteidigungsallianz austreten. "Ich sehe nicht, dass die USA die Nato verlassen werden", sagte Rutte der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. Auch der nukleare Schutz Europas durch Amerika stehe nicht infrage. "Der Nuklearschirm der Amerikaner ist der ultimative Garant für Sicherheit hier in Europa. Und ich bin überzeugt davon, dass es so bleiben wird", sagte Rutte der Zeitung demnach. "Die nukleare Abschreckung der Nato ist stark und essenziell als Teil unserer kollektiven Verteidigung, die auf dem angemessenen Mix aus nuklearen und konventionellen Verteidigungsfähigkeiten besteht, aber auch aus Raketenabwehrfähigkeiten, ergänzt durch Weltraum- und Cyberfähigkeiten." US-Präsident Donald Trump sei sichtlich enttäuscht über einige Nato-Mitglieder: "Und ich verstehe seine Frustration", sagte Rutte weiterhin. Doch er habe bei seinem Besuch im Weißen Haus in der vergangenen Woche auch die Vorteile diskutiert, die die USA durch die Allianz hätten. "Europa will eine größere Rolle in der Nato übernehmen. Das ist eine gute Nachricht. Das ist eine Entwicklung von einer ungesunden Abhängigkeit hin zu einer transatlantischen Allianz, die sich auf wahre Partnerschaft gründet." Es sei klar, dass man ein stärkeres Europa in einer stärkeren Nato brauche. Laut dem Zeitungsbericht forderte Rutte eine Stärkung der Verteidigungsindustrie in Europa. "Das ist entscheidend, um unsere Abschreckung und Verteidigung aufrechtzuerhalten." Die Europäer und Kanada hätten ihre Verteidigungsausgaben allein im vergangenen Jahr um 20 Prozent erhöht. Zugleich regte er eine größere Rolle der Zivilgesellschaft an: "Sagt euren Banken und Pensionsfonds, dass sie in Verteidigung investieren können." Investitionen in Verteidigung seien nichts Verwerfliches: "Unsere Verteidigungsindustrie spielt eine zentrale Rolle, damit wir weiterhin sicher leben können."
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