Erste Hilfslieferungen erreichen Iran auf dem Landweg
Genf, 14. Apr (Reuters) - Erstmals seit Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar haben internationale Organisationen Hilfsgüter auf dem Landweg in den Iran gebracht. Darunter seien unter anderem Medikamente und Zelte, teilten das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) am Dienstag in Genf mit. Hilfslieferungen über den See- oder Luftweg sind wegen des Krieges blockiert, Güter liegen in Depots in Dubai. Helfer beschreiben den Bedarf nach den massiven Angriffen auf den Iran seit dem 28. Februar als hoch. Derzeit gilt eine zweiwöchige Feuerpause.
Die IFRC lieferte nach eigenen Angaben rund 200 Trauma-Kits sowie Zelte und Decken auf Lastwagen über eine neue Route aus der Türkei. Die Lkw hätten am Sonntag die iranische Grenze überquert und sollten am Dienstag in der Hauptstadt Teheran eintreffen, sagte IFRC-Sprecher Tommaso Della Longa. "Für uns ist das sehr wichtig, da es einen neuen Weg darstellt, um Hilfe in den Iran zu bringen, und wir sind sehr optimistisch, dies auszuweiten", erklärte er. "Früher war es sehr einfach, ein Flugzeug oder ein Boot zu nehmen und innerhalb weniger Stunden Hilfsgüter direkt in den Iran zu bringen."
Das IKRK teilte mit, eine erste Lieferung mit fünf Lastwagen aus Jordanien habe den Iran am Montag erreicht. Neun weitere sollen im Laufe der Woche folgen. Die Lastwagen des IKRK enthalten Hilfsgüter wie Eimer, Decken und Matratzen für rund 25.000 Menschen - unter ihnen sind viele Binnenflüchtlinge.
Iranischen Behörden zufolge wurden in dem Krieg mehr als 3000 Menschen getötet. Das UN-Flüchtlingshilfswerk spricht von bis zu 3,2 Millionen Vertriebenen. "Der Bedarf ist hoch, insbesondere der medizinische, aber auch die psychische Belastung für die Menschen ist immens", sagte Della Longa. "Unsere Partner vom Iranischen Roten Halbmond haben neben ihrer eigentlichen Arbeit, bei der sie buchstäblich Menschen aus Gebäuden ausgruben, auch psychologische Betreuung geleistet."
Die Hilfsgüter werden dem Iranischen Roten Halbmond übergeben. Dieser ist die einzige landesweit tätige Hilfsorganisation und verfügt über 100.000 Helfer. Vier von ihnen wurden in dem Krieg getötet.
Am Wochenende waren Gespräche zwischen ranghohen Vertretern der USA und des Irans in Pakistan ohne Einigung zu Ende gegangen. Die Delegationen könnten aber einem Reuters-Bericht zufolge in dieser Woche in die pakistanische Hauptstadt Islamabad zurückkehren, um die Gespräche wiederaufzunehmen.
Empfohlene Artikel










