Washington, 25. Mrz (Reuters) - Die US-Raumfahrtbehörde Nasa kippt ihre Pläne für eine Raumstation in der Mondumlaufbahn und will stattdessen mit den Bauteilen eine 20 Milliarden Dollar teure Basis auf der Mondoberfläche errichten. Zudem kündigte die Nasa eine Mission mit einem atomgetriebenen Raumschiff zum Mars an. Dies teilte der neue Nasa-Chef Jared Isaacman am Dienstag in Washington mit. Mit dem Strategieschwenk wollen die USA vor China zum Mond zurückkehren, das eine bemannte Landung um das Jahr 2030 anstrebt.
Durch die Abkehr von der als "Lunar Gateway" bekannten Raumstation ist die künftige Rolle wichtiger internationaler Partner wie der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Japans und Kanadas ungewiss. Diese hatten sich zur Lieferung von Bauteilen für die Orbitalstation verpflichtet. ESA-Chef Josef Aschbacher, der bei der Ankündigung anwesend war, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er werde die neuen Pläne prüfen und die Gespräche mit der Nasa fortsetzen. Isaacman erklärte, die Ausrüstung und die Zusagen der Partner könnten für die neuen Ziele auf der Mondoberfläche wiederverwendet werden.
Ein Grund für die Neuausrichtung sind Verzögerungen bei der Entwicklung der Mondlandefähren durch die privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk und Blue Origin von Jeff Bezos. Einem Bericht des Generalinspekteurs der Nasa zufolge liegt SpaceX zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Die Nasa will nun diejenige Landefähre zuerst einsetzen, die zuerst fertig ist, anstatt an einer festgelegten Reihenfolge festzuhalten. Die nun angekündigte Mars-Mission "Space Reactor 1 Freedom" soll bis Ende 2028 starten und einen fortschrittlichen nuklearen Elektroantrieb im Weltraum zeigen.