Jerusalem, 06. Mrz (Reuters) - Iranisch-kurdische Milizen im Irak planen Insidern zufolge mit israelischer Hilfe einen Angriff auf die Islamische Republik. Israel bombardiere seit einiger Zeit Teile des westlichen Irans, sie zu unterstützen, sagten drei mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Kämpfer hoffen, den US-israelischen Krieg gegen den Iran auszunutzen, um Städte nahe der Grenze zu erobern. US-Präsident Donald Trump hatte es zuletzt in einem Reuters-Interview als wunderbar bezeichnet, wenn die Kurden die Grenze überschreiten würden.
Laut zwei kurdischen und einem israelischen Insider laufen die Gespräche seit etwa einem Jahr. Die Milizen hätten ein erstes Ziel: die Eroberung iranischen Territoriums entlang der Grenze, insbesondere die Städte Oschnawieh und Piranschahr. Den Angaben zufolge versammeln sich Tausende Kämpfer auf der irakischen Seite der Grenze und bereiten eine Offensive innerhalb einer Woche vor. Reuters konnte die Angaben zunächst nicht bestätigen.
Die Gesamtstärke der Milizen wird auf 5000 bis 8000 Kämpfer geschätzt. Fünf iranische Oppositionsgruppen gründeten Ende vergangenen Monats ein Bündnis. Die Kurden sind ein Volk ohne eigenen Staat, das verteilt auf mehrere Länder lebt: die Türkei, den Irak, den Iran und Syrien.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Freitag eindringlich vor einem endlosen Krieg, einem Zerfall des Irans sowie einer unkontrollierten Fluchtbewegung aus dem Iran gewarnt. "Mit zunehmender Dauer und Ausweitung der Kampfhandlungen sehen wir wachsende Risiken", erklärte Merz. Er sprach sich ausdrücklich gegen "auf iranischem Boden ausgetragene Stellvertreterkonflikte" aus. Die territoriale Integrität des Irans müsse gewahrt bleiben: "Wir möchten hier kein syrisches Szenario erleben." In Syrien tobte nach 2011 ein jahrelanger Bürgerkrieg mit Hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen.