Washington, 06. Mrz (Reuters) - Im Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein werden in neu bekannt gewordenen Dokumenten schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump erhoben. Nach FBI-Unterlagen, die vom US-Justizministerium am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlicht wurden, wirft eine namentlich nicht genannte Frau Trump vor, sie in den 1980er Jahren zum Oralverkehr gezwungen haben zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt sei sie zwischen 13 und 15 Jahre alt gewesen, gab die Frau bei der Bundespolizei an. Der Kontakt zu Trump sei über Epstein entstanden. Das Weiße Haus wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Sprecherin Karoline Leavitt bezeichnete die Aussagen laut einem Bericht des Magazins "Politico" als "völlig haltlos" und ohne jegliche Beweise.
Das Justizministerium versah die Veröffentlichung mit dem Warnhinweis, dass einige der Dokumente "unwahre und sensationslüsterne Behauptungen gegen Präsident Trump" enthielten. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe nicht überprüfen. Aus den Akten geht hervor, dass das FBI die Frau 2019 im Rahmen der Ermittlungen gegen Epstein viermal befragt habe. Die nun veröffentlichten Protokolle gehörten nach Angaben des Ministeriums auf X zu 15 Dokumenten, die fälschlicherweise als Duplikate eingestuft und daher zunächst nicht publiziert worden seien.
Die Veröffentlichung erfolgt vor dem Hintergrund des Streits über den Umgang der Behörden mit den Epstein-Akten. Demokratische Abgeordnete werfen der Regierung vor, Dokumente mit Bezug zu Trump zurückzuhalten. Ein Ausschuss des Repräsentantenhauses stimmte dafür, Justizministerin Pam Bondi vorzuladen, um sie zu den Verzögerungen zu befragen.
Trump hat stets betont, seine Verbindung zu Epstein Mitte der 2000er Jahre beendet zu haben und nichts von dessen Missbrauchstaten gewusst zu haben. Frühere Veröffentlichungen belegen jedoch, dass Trump in den 1990er Jahren mehrfach das Flugzeug des Finanziers nutzte.
Epstein hatte über Jahre hinweg einen Ring zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger unterhalten und weltweit Kontakte zu hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel gepflegt. Er wurde im Juli 2019 festgenommen und nahm sich einen Monat später in einer New Yorker Gefängniszelle das Leben.