Washington, 03. Mrz (Reuters) - Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei US-Präsident Donald Trump auf ein schnelles Ende des Zollstreits gepocht. "Wir müssen über unser Handelsabkommen sprechen, das ich so schnell wie möglich in Kraft sehen möchte", sagte Merz am Dienstag bei einem Treffen mit Trump im Weißen Haus in Washington. Trump kritisierte erneut den obersten US-Gerichtshof dafür, dass dieser seine Zollabkommen weltweit gekippt hatte. "Wir haben einen Zoll von 15 Prozent auf alles eingeführt, wie Sie wissen", fügte er hinzu. "Was wir getan haben, ist, dass wir zu einem sehr einfachen, glatten 15-Prozent-Zoll übergegangen sind."
Dies entspricht auch dem Satz des 2025 ausgehandelten EU-US-Zollabkommens, das allerdings noch nicht in Kraft getreten ist. Trump verteidigte seine umstrittene Zollpolitik damit, dass diese den USA "Hunderte Milliarden Dollar" einbrächte. Kritiker wenden ein, dass vor allem US-Verbraucher diese Importzölle durch höhere Preise zahlen. Trump sprach von einem Zeitraum von bis zu fünf Monaten, in dem man auf 15 Prozent übergehen könne.
Das EU-Parlament hatte die Beratungen über das Zollabkommen ausgesetzt. Merz warnte vor seinem Besuch, dass die EU das Abkommen mit völliger Zollfreiheit für US-Waren auf dem EU-Binnenmarkt so nicht verabschieden werde, sollte die US-Regierung höhere Zollsätze als 15 Prozent verhängen. Ein ungelöstes Problem ist, dass Washington zudem deutlich höhere Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte verhängt hat. Dies erschwert etwa durch die zusätzliche US-Bürokratie die Ausfuhr von Maschinen in die USA.