MAILAND, 03. Mär (Reuters) - Die Krise im Nahen Osten (link) übt zusätzlichen Druck auf den Luxussektor aus, der bereits mit einem Nachfragerückgang zu kämpfen hat, wobei Konzerne wie Richemont CFR.S und Zegna JN0.F zu den am stärksten betroffenen Unternehmen gehören.
Die Angriffe Israels und der USA auf den Iran (link) und die Reaktion Teherans zwangen zur Sperrung des Luftraums über Teilen des Nahen Ostens und zur Schließung wichtiger Flughäfen wie Dubai und Doha, was zu Störungen im Geschäfts- und Reiseverkehr führte.
WIE GROSS IST DER LUXUSMARKT IM NAHEN OSTEN?
Nach Schätzungen von Morgan Stanley und der Bank of America entfallen auf den Nahen Osten etwa 5 bis 6 Prozent des weltweiten Luxusumsatzes, wobei die meisten Käufe von Touristen getätigt werden, insbesondere aus Russland, Saudi-Arabien, China und Indien.
Die Vereinigten Arabischen Emirate machen etwa die Hälfte der regionalen Umsätze des Sektors aus, wobei sich die meisten Transaktionen in Dubai konzentrieren, so Morgan Stanley.
Am Montag waren viele Geschäfte in Dubai und anderen wichtigen Einkaufszentren des Nahen Ostens geschlossen (link) oder arbeiteten mit wenig Personal.
WARUM ES BEDEUTEND IST
Während Luxusunternehmen sich von einer zweijährigen Konjunkturabschwächung erholen müssen, hoffen die Anleger, dass die Verkäufe im Nahen Osten - im vergangenen Jahr ein seltener Lichtblick in der Branche - zur Wiederbelebung der Branche beitragen können, da die Erholung in China schwach bleibt und die Risiken von US-Zöllen die Unsicherheit erhöhen.
Die Krise könnte sich auch auf den so genannten Ramadan-Ansturm auswirken - wohlhabende Golfbewohner, die während des Ramadan zum Einkaufen nach Europa und in andere Länder reisen, so die Analysten von Morgan Stanley.
WELCHE MARKEN SIND AM MEISTEN GEFÄHRDET?
Der Cartier-Eigentümer Richemont und das italienische Unternehmen Zegna sind am stärksten betroffen, da sie jeweils etwa 9 Prozent ihres Gesamtumsatzes im Nahen Osten erzielen, während Burberry BRBY.L zu den am wenigsten betroffenen Unternehmen gehört.
WIE ENTWICKELN SICH DIE LUXUSUNTERNEHMEN AN DER BÖRSE?
Der STOXX Europe Luxury 10 Index .STXLUXP ist seit Montag um rund 9 Prozent gefallen und hat damit den größten zweitägigen Rückgang seit dem Zollschock im April verzeichnet.