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Sparkassen in Hessen-Thüringen und Niedersachsen trotzen der Zins-Entwicklung

ReutersMar 3, 2026 10:42 AM

- Die Sparkassen in Hessen-Thüringen und Niedersachsen haben 2025 der schwachen Konjunktur und der Zinsentwicklung weitgehend getrotzt. Die Verbände beider Regionen legten am Dienstag ihre Bilanzen vor und zeigten solide Zahlen im Zinsüberschuss sowie ein positives Wertpapiergeschäft. Die Institute aus Hessen und Thüringen verbuchten beim Zinsgeschäft ein Plus von 3,2 Prozent und ihre Wertpapierumsätze stiegen um 25 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro. "Dank einer deutlichen Belebung im zweiten Halbjahr konnten unsere 47 Mitgliedsinstitute im Kundengeschäft auf beiden Seiten der Bilanz Zuwächse verbuchen", sagte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT), Stefan Reuß, in Frankfurt.

Er sei auch mit der Ertragsentwicklung zufrieden, die ungeachtet der schwierigen Rahmenbedingungen - wie sinkender Zinsen und maue Konjunktur - sowie der intensiven Konkurrenz wieder das Vorjahresniveau erreicht habe. Das Betriebsergebnis vor Bewertung stieg um ein Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Im Kreditgeschäft hätten die Sparkassen Wertberichtigungen von 201 Millionen Euro vorgenommen. Die Risikovorsorge bewege sich damit weiter normal. "Für das laufende Jahr 2026 zeigt unser Frühwarnsystem in diesem Bereich zwar höhere, aber weiter erwartbare Werte an", erklärte Reuß. Er rechnet für dieses Jahr - auch dank erster Impulse aus dem staatlichen Sondervermögen - mit stabilen Geschäften und Erträgen "auf auskömmlichem Niveau".

SPARKASSEN SETZEN AUF WERO - SKEPTISCH BEI DIGITALEM EURO

Die 37 Sparkassen in Niedersachsen erzielten 2025 ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 1,6 Milliarden Euro, rund 120 Millionen Euro weniger als 2024. Der Sparkassenverband Niedersachsen (SVN) sprach von einem guten Jahr. Die Institute seien solide aufgestellt, "um 2026 zu einem erfolgreichen Jahr zu machen", sagte SVN-Vizepräsident Guido Mönnecke.

Der Verband setzt auf die immer weitere Verbreitung des europäischen Bezahlsystems Wero, um US-Konkurrenten wie PaypalPYPL.O mehr Paroli bieten zu können. Die Zahl der Nutzenden liege in Europa bei 51,6 Millionen und in Deutschland bei 6,7 Millionen, sagte der niedersächsische Sparkassen-Präsident Cord Bockhop. "Nach dem Onboarding der ersten großen Händler wie Eventim und Tedox stehen etwa mit Hornbach, Cewe, Lidl, Rossmann schon die nächsten in den Startlöchern." Bockhop kritisierte wie schon andere führende Vertreter der bundesweiten Sparkassen die von der Europäischen Zentralbank (EZB) geplante Einführung des digitalen Euro als unnötige Doppelstruktur zu Wero. "Da ist es doch eine ordnungspolitische Utopie, dass ein Aufseher gleichzeitig auch Marktteilnehmer sein möchte", monierte Bockhop.

Ähnlich äußerte sich Reuß: "Aufgrund der zunehmenden Einsatzmöglichkeiten von Wero sind wir weiter davon überzeugt, dass wir im Retailbereich keinen digitalen Euro benötigen, der erst in einigen Jahren praxistauglich sein wird."

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