Washington/Johannesburg, 27. Feb (Reuters) - Die USA wollen die Aufnahme weißer Flüchtlinge aus Südafrika massiv ausweiten und planen, monatlich 4500 Anträge zu bearbeiten. Dafür werden auf dem Gelände der US-Botschaft in Pretoria spezielle Container-Unterkünfte errichtet. Dies geht aus einem Regierungsdokument des US-Außenministeriums vom 27. Januar hervor, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. In dem Dokument wird das Vorhaben als eine Priorität des Präsidenten bezeichnet.
Das neue Ziel steht im deutlichen Gegensatz zu der von US-Präsident Donald Trump festgelegten Obergrenze von insgesamt nur 7500 Flüchtlingen weltweit für das Haushaltsjahr 2026. Trump hatte das im Mai 2025 gestartete Programm damit begründet, dass weiße Südafrikaner in dem mehrheitlich von Schwarzen bewohnten Land verfolgt würden. Die südafrikanische Regierung hat diese Behauptung zurückgewiesen, und auch einige Flüchtlingshilfsorganisationen haben die Politik Trumps kritisiert. "Die Behauptung, dass Afrikaaner systematischer Verfolgung ausgesetzt sind, ist fundamental unbegründet", sagte der Sprecher des südafrikanischen Außenministeriums, Chrispin Phiri.
Hintergrund für die Errichtung der neuen, gesicherten Anlage ist eine Razzia südafrikanischer Behörden in einer früheren US-Bearbeitungsstelle in Johannesburg im Dezember. Dabei waren Mitarbeiter kurzzeitig festgenommen worden. Nach einem Treffen hinter verschlossenen Türen einigten sich beide Seiten darauf, die Bearbeitung der Anträge fortzusetzen. Der Auftrag für die Errichtung der neuen Anlage im Wert von 772.000 Dollar wurde ohne Ausschreibung an eine südafrikanische Firma vergeben, was mit der Dringlichkeit des Vorhabens begründet wurde.
Ob das Ziel erreicht werden kann, ist jedoch unklar. Einem US-Beamten zufolge gibt es administrative Verzögerungen im US-Heimatschutzministerium, die zu einem Antragsstau führen. Zudem hat das Außenministerium kürzlich alle Flüchtlingseinreisen in die USA vorübergehend ausgesetzt. Seit Beginn des Programms wurden bis zum 31. Januar etwa 2000 weiße Südafrikaner als Flüchtlinge in den USA aufgenommen.