Frankfurt, 26. Feb (Reuters) - Die Wuppertaler Biotechfirma Aicuris geht für rund 780 Millionen Euro in japanische Hände über. Der Technologiekonzern Asahi Kasei3407.T will den Spezialisten für Infektionskrankheiten übernehmen und damit seine Pharmasparte ausbauen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Abschluss des Zukaufs wird noch für das laufende Quartal angestrebt.
Mit dem Zukauf erhält Asahi Kasei Zugriff auf Medikamente für Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Besondere Hoffnung setzt der Konzern auf den Wirkstoff Pritelivir zur Behandlung von Herpes-Infektionen. Das Mittel hat in den USA den Status einer "bahnbrechenden Therapie", was eine beschleunigte Zulassung ermöglicht. Zudem fließen Asahi Kasei künftig Lizenzeinnahmen für das bereits an Merck & COMRK.N auslizenzierte Medikament Prevymis zur Vorbeugung einer bestimmten Infektion nach einer Stammzelltransplantation zu.
Aicuris wurde 2006 als Ausgründung aus der Forschungsabteilung von BayerBAYGn.DE gegründet. Mehrheitseigner des Unternehmens mit rund 70 Beschäftigten ist die Santo-Holding der als Biontech-Investoren bekannten Strüngmann-Brüder. Für die Entwicklung von Prevymis wurde das Unternehmen 2018 mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet. Asahi Kasei rechnet damit, dass der Zukauf ab dem Geschäftsjahr 2028 zum Gewinn beitragen wird. Für Pritelivir allein erwartet der Konzern nach Mitte der 2030er Jahre einen Spitzenumsatz von mehr als 400 Millionen Dollar.