Frankfurt, 26. Feb (Reuters) - Die Anbieter von PCs und Smartphones müssen wegen steigender Speicherchippreise 2026 wohl mit Absatzeinbußen rechnen. Die Zahl der verkauften Laptops und Desktops dürfte um 10,4 Prozent sinken, prognostizierten die Experten der Beratungsfirma Gartner am Donnerstag. Bei Smartphones erwarten sie ein Minus von 8,4 Prozent. "Dies ist der stärkste Rückgang seit über einem Jahrzehnt", erläuterte Analyst Ranjit Atwal in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Viele Nutzer würden den Wechsel zu einer neueren Gerätegeneration hinauszögern. Der deutsche Digitalverband Bitkom kam in einer aktuellen Studie zu ähnlichen Ergebnissen. Er prognostizierte für Deutschland aber einen deutlich geringeren Rückgang des Smartphone-Absatzes.
Halbleiter für Arbeits- und Datenspeicher würden sich in den kommenden Monaten voraussichtlich um 130 Prozent verteuern, sagte Gartner-Experte Atwal weiter. Im vierten Quartal hätten die Preise bereits um etwa 60 Prozent zugelegt, nachdem sie davor relativ stabil geblieben seien. Die höheren Kosten für Speicherchips verteuerten PCs im Schnitt um 17 und Handys um 13 Prozent. Bis Ende 2026 werde der Anteil dieser Bauteile an den Gesamtkosten eines Gerätes voraussichtlich auf 23 Prozent von bislang 16 Prozent steigen. Eine Entspannung der Lage sei frühestens zum Jahreswechsel 2027/2028 zu erwarten, wenn die geplanten neuen Werke der Chipkonzerne ihren Betrieb aufnähmen.
Daher würden margenschwache Einsteigermodelle in den kommenden Monaten weitgehend vom Markt verschwinden, prognostizierte Atwal. PC- und Smartphone-Hersteller könnten die höheren Kosten nicht abfedern. Dazu sei der Preisanstieg zu stark und die wahrscheinliche Dauer der Lieferengpässe zu lang. Wegen des Baubooms bei Rechenzentren können Speicherchip-Hersteller die rasant wachsende Nachfrage kaum bedienen.
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