Lagos, 26. Feb (Reuters) - Die Angriffe islamistischer Gruppen im Grenzgebiet zwischen Niger, Benin und Nigeria haben sich einem Bericht zufolge dramatisch verschärft. Die Zahl der Gewaltakte stieg zwischen 2024 und 2025 um 90 Prozent, die Zahl der Todesopfer verdoppelte sich auf über 1.000, wie die Krisenbeobachtungsgruppe Armed Conflict Location & Event Data (ACLED) am Donnerstag mitteilte. Al-Qaida- und IS-nahe Kämpfer hätten ihre Präsenz in mehreren Grenzregionen der drei Länder vertieft. Ihre Operationen zeigten "eine fortgesetzte Ausbreitung, wachsende Tödlichkeit und steigende Risiken für Zivilisten", hieß es in dem Bericht.
Die Ausbreitung dschihadistischer Gruppen hat die politische Instabilität in der Region befeuert. In Mali, Burkina Faso und Niger haben seit 2020 Militärs die Macht übernommen - sie begründeten dies mit dem Versagen gewählter Regierungen bei der Eindämmung der Gewalt. Die USA führten im Dezember Luftangriffe im Nordwesten Nigerias durch und begannen mit der Entsendung einer kleinen Zahl von Soldaten zur Ausbildung nigerianischer Streitkräfte. Die Bundeswehr hatte ihre Truppen nach dem Putsch in Niger abgezogen. Die Region ist ein wichtiges Transitgebiet für Migration nach Europa. Die zunehmende Instabilität könnte Fluchtbewegungen verstärken.