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Österreichs Finanzaufsicht forciert Kampf gegen Online-Betrug

ReutersFeb 25, 2026 10:15 AM

- Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) will angesichts einer Welle von Online-Finanzbetrug schneller gegen kriminelle Inhalte auf Social-Media-Plattformen vorgehen. Die Behörde habe den Status als "Trusted Flagger" (vertrauenswürdiger Hinweisgeber) im Sinne des EU-Gesetzes über digitale Dienste (DSA) beantragt, sagte FMA-Vorstand Helmut Ettl am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten. Damit verpflichten sich Online-Plattformen, Meldungen der Behörde über illegale Inhalte vorrangig zu bearbeiten. Ettl verwies auf positive Erfahrungen aus Irland: Dort würden nach entsprechenden Meldungen 99 Prozent der beanstandeten Inhalte innerhalb von zwei bis drei Tagen gelöscht. Bislang sei es oft mühsam und langwierig, gegen Fake-Profile auf Instagram oder Facebook vorzugehen.

Wie dreist die Täter mittlerweile agieren, illustrierte Ettl an einem persönlichen Beispiel: Betrüger hätten seine Identität für ein gefälschtes WhatsApp-Profil missbraucht ("geklont"), um Anleger in eine Falle zu locken. In der Gruppe seien unter seinem Namen US-Aktien mit unrealistischen Gewinnversprechen von 30 bis 40 Prozent binnen weniger Tage beworben worden. Eine aufmerksame Bürgerin habe den Schwindel gemeldet, als sie Geld auf ein spanisches Konto überweisen sollte.

Der Handlungsbedarf ist laut FMA akut. Die Anbahnung von Betrugsfällen über soziale Medien habe sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Künstliche Intelligenz (KI) und "Deepfakes" – etwa gefälschte Videos von Prominenten – erleichterten den Kriminellen das Handwerk. Den Plattformen warf Ettl mangelndes Engagement vor. Zudem drängt die FMA darauf, dass der Internetriese GoogleGOOGL.O auch in Österreich eine Vorab-Verifizierung für Werbekunden im Finanzbereich einführt. Eine solche Prüfung sei in Ländern wie Irland bereits Pflicht und habe die Zahl der Betrugsanzeigen dort spürbar gesenkt.

Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Finanz- oder Anlageberatung dar

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