München, 24. Feb (Reuters) - Finanzinvestoren bleiben einer Studie zufolge immer länger auf ihren Unternehmensbeteiligungen sitzen. "Buyout-Fonds halten ihre Beteiligungen mittlerweile durchschnittlich sieben Jahre - in den 2010er Jahren waren fünf bis sechs Jahre üblich", hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten "Global Private Equity Report" der Unternehmensberatung Bain. Weltweit gehören ihnen zurzeit 32.000 Unternehmen im Wert von 3,8 Billionen Dollar. Dadurch müssen die Anleger in die Private-Equity-Fonds auch länger auf Rückflüsse warten, was ihre Renditen schmälert.
"Das Umfeld für neue Investitionen und Exits ist deutlich günstiger als in den vergangenen Jahren: Die Zinsen sinken und die Konjunktur zeigt sich in vielen Ländern robust", sagt Bain-Partner Michael Richthammer. "Doch die langen Haltedauern sowie unzureichende Rückflüsse an Investoren haben dazu beigetragen, dass das Umfeld für die Auflage neuer Fonds so herausfordernd ist wie selten zuvor." Die Zahl neu aufgelegter Buyout-Fonds sank 2025 um 18 Prozent - zum vierten Mal in Folge. Insgesamt warben die Finanzinvestoren 395 Milliarden Dollar ein, das ist laut Bain ein Rückgang von 16 Prozent. Investoren konzentrierten sich zunehmend auf etablierte Anbieter mit einer verlässlichen Erfolgsbilanz.
Zwar hätten sich die Transaktionen der Private-Equity-Branche im vergangenen Jahr deutlich belebt, erklärte Bain. Zu- und Verkäufe erreichten jeweils das zweithöchste Volumen der Geschichte. Doch das lag jeweils an wenigen Mega-Deals. Unter anderem stemmten Finanzinvestoren mit der 57 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Spiele-Entwicklers Electronic ArtsEA.O den größten Buyout-Deal aller Zeiten. Weltweit gingen Firmen für 904 Milliarden Dollar - 44 Prozent mehr als 2024 - an Private-Equity-Gesellschaften. Von 13 Übernahmen für zehn Milliarden Dollar und mehr fanden elf in den USA statt.
Der Verkauf des Stromnetzbetreibers Tennet DeutschlandIPO-TTH.AS war die einzige in Deutschland in dieser Größenordnung. Insgesamt kauften Finanzinvestoren im deutschsprachigen Raum für 61 Milliarden Dollar zu. Verkauft wurden aus den Portfolien von Private Equity weltweit Firmen für 717 Milliarden Dollar, ein Plus von 47 Prozent. Die Zahl der Ausstiege ging dagegen leicht zurück.
Oft scheitern Finanzinvestoren aber daran, Käufer aus der Industrie zu finden oder ihre Beteiligungen an die Börse zu bringen. Dann verkaufen sie an den nächsten Finanzinvestor - oder stecken sie in "Continuation Funds", die ihnen erlauben, die Firmen länger zu halten. Nach Schätzungen der Investmentbank Lazard summierten sich solche Transaktionen im vergangenen Jahr auf 233 Milliarden Dollar. Im laufenden Jahr könnten sie mit 290 bis 320 Milliarden sogar zur dominierenden Ausstiegs-Strategie werden.
Um noch attraktive Renditen für ihre Investoren zu erzielen, müssten Finanzinvestoren heute mehr auf operative Verbesserungen in ihren Unternehmen dringen, sagte Bain-Partner Richthammer. Damals hätten operative Gewinnsteigerungen von fünf Prozent gereicht, weil die Zinsen niedrig waren, der Fremdkapitalanteil hoch und die Bewertungen stiegen. Heute, wo die Bewertungen stiegen und Kredite nicht mehr so leicht verfügbar seien, seien zehn bis zwölf Prozent nötig.