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Britischer Ex-Botschafter Mandelson wieder auf freiem Fuß

ReutersFeb 24, 2026 8:16 AM

- Der ehemalige britische US-Botschafter Peter Mandelson ist nach seiner Festnahme wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch wieder auf freiem Fuß. Der 72-Jährige sei am frühen Dienstagmorgen gegen Kaution aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, teilte die Londoner Metropolitan Police mit. Mandelson war am Montag in seinem Haus in London festgenommen worden. Hintergrund der Ermittlungen sind seine engen Verbindungen zu dem verurteilten und inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Eine Stellungnahme von Mandelsons Anwälten lag zunächst nicht vor.

Im Zentrum der Vorwürfe steht der Verdacht, Mandelson habe während seiner Zeit als Minister in der Regierung von Gordon Brown im Jahr 2009 vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben. Entsprechende E-Mails waren Ende Januar vom US-Justizministerium veröffentlicht worden. Die britische Polizei hatte daraufhin Ermittlungen eingeleitet und bereits Anfang des Monats Mandelsons Häuser in London und Westengland durchsucht. Als seine Nähe zu Epstein im September bekannt wurde, war Mandelson von seinem prestigeträchtigen Posten als Botschafter in Washington entlassen worden. Inzwischen ist er auch aus der Labour-Partei ausgetreten und hat seinen Sitz im britischen Oberhaus aufgegeben.

Der Fall setzt den britischen Premierminister Keir Starmer zunehmend unter Druck, da er Mandelson trotz dessen bekannter Verbindungen zu Epstein zum Botschafter ernannt hatte. Das Parlament hat inzwischen die Herausgabe der Dokumente zur Sicherheitsüberprüfung angeordnet. Erste Unterlagen sollen Anfang März veröffentlicht werden. Mandelson blickt auf eine turbulente politische Karriere zurück und musste bereits unter Tony Blair zweimal wegen Affären von Ministerämtern zurücktreten.

Die Epstein-Affäre zieht damit weite Kreise in Großbritannien. Vor einigen Tagen wurde der frühere Prinz Andrew festgenommen und nach einem Verhör unter Auflagen wieder freigelassen. Andrew Mountbatten-Windsor wird verdächtigt, während seiner Zeit als Sonderbeauftragter für Handel zwischen 2001 und 2011 Epstein vertrauliche Informationen zugespielt zu haben. Auch in anderen europäischen Staaten hat die Epstein-Affäre zu Konsequenzen geführt. So trat die norwegische Diplomatin Mona Juul von ihrem Posten zurück, Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit entschuldigte sich für ihre früheren Kontakte zu Epstein, und in Frankreich gab der frühere Kulturminister Jack Lang sein Amt als Präsident des Instituts der Arabischen Welt auf. Verbindungen zu prominenten Deutschen sind bislang nicht bekannt geworden.

Epstein hatte über Jahre hinweg ein umfangreiches System zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger betrieben. Er pflegte weltweit Kontakte zu hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel. Epstein wurde im Juli 2019 festgenommen und einen Monat später tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, was als Selbstmord eingestuft wurde. Die US-Regierung hat jüngst nach massivem Druck auch aus der Bevölkerung zahlreiche Unterlagen zu dem Fall veröffentlicht, zum Teil geschwärzt.

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