Genf, 23. Feb (Reuters) - Die USA treiben einem Insider zufolge ihre Bemühungen um ein neues, multilaterales Atomabkommen voran. Nach einem Treffen mit einer russischen Delegation am Montag in Genf sei im Laufe des Tages ein Gespräch mit chinesischen Vertretern geplant, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums am Dienstag. Ziel sei es, nach dem Auslaufen des "New Start"-Vertrags auch China in die Rüstungskontrolle einzubinden. Ob es sich bei diesem Treffen bereits um formelle Verhandlungen handele, blieb unklar. Die Vertretungen Chinas und Russlands in Genf nahmen zu den Angaben zunächst nicht Stellung.
Der US-Vertreter bezeichnete die Einbeziehung der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats - zu denen auch Großbritannien und Frankreich gehören - als "nächsten logischen Schritt". Mit London und Paris habe es bereits gute Gespräche gegeben.
Der Vorstoß folgt auf das Ende des bilateralen "New Start"-Abkommens zwischen den USA und Russland Anfang Februar. Washington dringt darauf, das Nachfolgeabkommen auf China auszuweiten. Peking hatte dies jedoch mit der Begründung abgelehnt, die Volksrepublik verfüge über deutlich weniger Sprengköpfe als die beiden großen Atommächte. Belastet wird das Verhältnis durch US-Vorwürfe, China habe im Juni 2020 einen geheimen Atomwaffentest vorgenommen, was Peking zurückweist.