Berlin, 23. Feb (Reuters) - Die Bundesregierung will für das verzögerte Rüstungsprojekt Fregatte 126 weitere gut 70 Millionen Euro freigeben. Damit sollten fällige Rechnungen beglichen werden, wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss hervorgeht, die Reuters am Montag vorlag. Mit dem Geld sollen zwischen Ende Dezember 2025 und Februar 2026 fällige Rechnungen bezahlt werden. Die Ausgaben für den Kauf der Fregatten waren wegen erheblicher Verzögerungen durch die niederländische Hauptauftragnehmerin Damen Schelde Naval Shipbuilding gesperrt worden. Das Verteidigungsministerium habe versichert, dass die Leistungen für die nun anstehenden Zahlungen vollständig erbracht worden seien, heißt es in dem Schreiben. Der Haushaltsausschuss soll das Vorhaben am Mittwoch billigen. Ein Ja gilt als sicher.
Wegen der Probleme bei der F-126 treibt das Verteidigungsministerium eine zweigleisige Strategie voran und prüft als Alternative die Fregatte Meko A-200 von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS). Der Haushaltsausschuss hatte dafür bereits 50 Millionen Euro für einen Vorvertrag freigegeben, um Fertigungskapazitäten und Material mit langen Lieferzeiten zu sichern. Damit soll die Lieferung eines ersten Schiffes bis Dezember 2029 gewährleistet werden. Hintergrund ist, dass Deutschland der Nato ab 2028 durchgehend vier Fregatten zur U-Boot-Jagd zugesagt hat. Diese Zusage kann wegen der Verzögerungen bei der F-126 nicht mehr pünktlich erfüllt werden. Eine Entscheidung, ob und wie das Projekt F-126 fortgeführt werden kann, soll nach Informationen aus Regierungskreisen bis Ende April fallen.
Bei der F-126 strebt das Verteidigungsministerium zudem einen Wechsel des Generalunternehmers von der niederländischen Damen-Werft zur deutschen Lürssen-Werft (NVL) an. NVL hatte zuletzt mitgeteilt, man sei auf diesem Weg ein großes Stück vorangekommen und arbeite daran, das Projekt in wenigen Wochen zu übernehmen.
Die als Alternative geprüfte Meko A-200 ist mit rund 4000 Tonnen deutlich kleiner als die F-126 mit etwa 10.000 Tonnen. Früheren Angaben zufolge soll es um mindestens drei Meko-Fregatten gehen, die mit rund einer Milliarde Euro pro Stück günstiger wären als die F-126.