Washington, 20. Feb (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat mit einer Anordnung zur Förderung der heimischen Glyphosat-Produktion den Zorn eines Teils seiner Anhänger auf sich gezogen. Der Schritt, der die Versorgung mit dem umstrittenen Unkrautvernichter sicherstellen soll, gibt insbesondere dem Agrarchemie- und Pharmakonzern BayerBAYGn.DE Rückendeckung. Das Leverkusener Unternehmen ist der einzige Hersteller von Glyphosat in den USA und sieht sich dort mit Zehntausenden Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken konfrontiert. Anhänger von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., die Trump im Wahlkampf 2024 unterstützten und der "Make America Healthy Again"-Bewegung (MAHA) angehören, werten das Dekret als Verrat und drohen mit Konsequenzen bei den anstehenden Zwischenwahlen im November.
Kennedy, der Glyphosat in der Vergangenheit scharf kritisiert und als Mitverursacher chronischer Krankheiten bezeichnet hatte, verteidigte die Maßnahme überraschend mit Verweis auf die nationale Sicherheit. Wenn feindliche Akteure kritische Ressourcen kontrollierten, schwäche dies die Sicherheit der USA, erklärte der Minister. Trump hatte sich auf den "Defense Production Act" berufen, um die heimische Produktion von Phosphor und Glyphosat zu sichern. Dies geschah kurz nachdem Bayer einen Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar vorgeschlagen hatte, um die massenhaften Klagen beizulegen. Der Dax.GDAXI-Konzern hatte zuvor gewarnt, die US-Produktion ohne regulatorische Änderungen möglicherweise einstellen zu müssen.
In der MAHA-Bewegung sorgt der Vorstoß für Unverständnis und könnte Trump wichtige Wählerstimmen kosten. "Ich habe wenig Hoffnung, dass wir die MAHA-Wähler nach dieser Anordnung halten können", sagte Kelly Ryerson, eine führende Aktivistin der Gruppe. In sozialen Medien kursierten Beiträge mit dem Text "Wir stimmen nicht zu, vergiftet zu werden". Für die Republikaner könnte der Streit zur Unzeit kommen: Bei den "Midterms" im November werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu vergeben. Historisch gesehen verlieren amtierende Präsidenten bei diesen Wahlen oft Sitze im Kongress.