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Chaos bei KI-Gipfel in Indien - Gates sagt Auftritt ab

ReutersFeb 19, 2026 9:52 AM

- Organisationschaos, Skandale und Rückzieher prominenter Redner überschatten den KI-Gipfel im indischen Neu Delhi. Der MicrosoftMSFT.O-Mitgründer und Milliardär Bill Gates sagte seine geplante Rede am Donnerstag kurzfristig ab. Die Entscheidung solle Ablenkungen von den Kernthemen der Konferenz vermeiden, teilte die Gates-Stiftung mit.

Ende Januar hatte das US-Justizministerium weitere Akten im Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Darin fand sich Korrespondenz zwischen Epstein und Beschäftigten der Gates-Stiftung. Bill Gates hat stets betont, dass sich seine Beziehung zu Epstein auf philanthropische Themen beschränkt habe. Er bezeichnete seine Treffen mit dem verurteilten Sexualstraftäter als Fehler.

Indiens Ministerpräsident Narendra Modi rief bei der Konferenz am Donnerstag zum Schutz von Minderjährigen bei deren Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) auf. "Wir müssen noch wachsamer sein, wenn es um die Sicherheit von Kindern geht. Genauso wie ein Lehrplan für die Schule zusammengestellt wird, sollte auch der KI-Bereich kind- und familiengerecht gestaltet werden."

Modi teilte sich die Bühne mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie den Chefs von Google, OpenAI und Anthropic. Dabei kam es zu einem peinlichen Moment, als sich Sam Altman und Dario Amodei, die Chefs der rivalisierenden KI-Entwickler OpenAI und Anthropic, weigerten, sich wie die übrigen Anwesenden auf der Bühne an den Händen zu halten.

Der Rückzug von Bill Gates war nicht die erste Absage beim indischen "AI Impact Summit". Jensen Huang, der Chef des weltgrößten Chip-Herstellers Nvidia, hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, "unvorhersehbare Umstände" hielten ihn von einer Teilnahme ab. Daneben belastete eine Affäre um die Universität Galgotias die Veranstaltung. Diese hatte einen handelsüblichen Roboterhund aus chinesischer Produktion als eigene Entwicklung präsentiert.

Gleichzeitig sorgten Straßensperrungen durch die Polizei für ein Verkehrschaos in der 20-Millionen-Metropole Neu Delhi. In sozialen Medien zeigten Aufnahmen große Gruppen von Konferenz-Teilnehmern, die kilometerweit zum Veranstaltungsort laufen mussten, weil ein Shuttle-Service fehlte. Zudem blieben die Ausstellungshallen am Donnerstag überraschend geschlossen. Dies verärgerte die Unternehmen, die sich dort auf Ständen präsentieren wollten.

Der KI-Gipfel wurde aber auch für zahlreiche Ankündigungen genutzt. So unterzeichneten der deutsche Digitalminister Karsten Wildberger und sein indischer Kollege Ashwini Vaishnaw einen Vertrag zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich KI. "Mit dem Pakt füllen wir das vor Kurzem geschlossene Freihandelsabkommen mit Leben", sagte Wildberger. Er solle unter anderem den Zuzug von Fachkräften erleichtern.

Daneben kündigte der indische Mischkonzern AdaniADEL.NS Investitionen von 100 Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren an. Der Konkurrent RelianceRELI.NS will 110 Milliarden Dollar für ähnliche Projekte ausgeben. Auch die großen US-Cloudanbieter AmazonAMZN.O Web Services (AWS), Google und Microsoft weiten ihre Investitionen auf dem Subkontinent aus.

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