
Berlin, 18. Feb (Reuters) - Bundeskanzler Friedrich Merz hat betont, dass die EU auf neuerliche Drohungen der USA mit höheren Zöllen ebenfalls mit hohen Strafzöllen reagieren werde. "Wenn die Amerikaner der Meinung sind, dass sie mit ihrer Zollpolitik auf der ganzen Welt Einfluss nehmen sollten, und wenn sie meinen, dass es wichtiger ist als Steuern im eigenen Land, dann ist das etwas, was die Amerikaner natürlich in eigener Entscheidung treffen können", sagte Merz am Mittwochabend auf einer CDU-Aschermittwochs-Veranstaltung in Trier. "Aber es ist nicht unsere Politik. Und ich werde es bei meinem nächsten Besuch in Washington genauso sagen", fügte er mit Blick auf seine geplante Reise in die USA hinzu. Seine Botschaft sei: "Ihr könnt es machen, aber wir werden es nicht mitgehen. Und wenn Ihr es übertreibt, dann sind wir Europäer durchaus in der Lage, uns dagegen auch zu wehren."
Merz verwies darauf, dass die EU auf die US-Annexionsabsichten gegen das zu Dänemark gehörende Grönland und US-Zolldrohungen entschlossen reagiert habe. "Wir werden uns gegen diesen Übergriff der Vereinigten Staaten von Amerika gemeinsam zur Wehr setzen", sagte er und verwies auf die Gegendrohung mit ebenfalls hohen Zöllen auf US-Produkte. Dies - und nicht nur die verheerenden Umfragen für die Grönland-Politik von US-Präsident Donald Trump - habe zu einem Umdenken in Washington geführt. Es gebe eine doppelte europäische Strategie: die ausgestreckte Hand für eine erneuerte Partnerschaft, aber auch Geschlossenheit und Einigkeit in der Abwehr.