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Zweiter Ukraine-Verhandlungstag in Genf - Selenskyj beklagt US-Druck

ReutersFeb 18, 2026 8:48 AM

- Unter dem Eindruck wachsender Spannungen hat in Genf der zweite Verhandlungstag zwischen der Ukraine, Russland und den USA begonnen. Die Gespräche seien wieder aufgenommen worden, meldete die russische Nachrichtenagentur RIA am Mittwochvormittag. Die ukrainische Delegation bestätigte dies. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf den USA vor, unverhältnismäßigen Druck auf Kiew auszuüben, um den seit vier Jahren andauernden Krieg zu beenden. US-Präsident Donald Trump hatte die Ukraine in den vergangenen Tagen mehrfach öffentlich aufgefordert, Schritte für einen Erfolg der Verhandlungen zu unternehmen.

Der US-Gesandte Steve Witkoff berichtete am frühen Morgen auf der Plattform X dennoch von "bedeutenden Fortschritten". Beide Seiten hätten vereinbart, ihre Regierungen zu informieren und weiter an einer Einigung zu arbeiten. Der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umerow erklärte, der erste Tag habe sich auf "praktische Fragen und die Mechanik möglicher Entscheidungen" konzentriert. Aus russischen Kreisen verlautete dagegen, die sechsstündigen Gespräche in verschiedenen Formaten seien am Dienstag "sehr angespannt" gewesen. Eine offizielle Stellungnahme der russischen Delegation lag zunächst nicht vor.

Selenskyj äußerte sich in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der US-Website Axios kritisch über die Rolle Trumps. Es sei "nicht fair", dass der US-Präsident öffentlich die Ukraine und nicht Russland zu Zugeständnissen auffordere. "Ich hoffe, das ist nur seine Taktik und nicht die Entscheidung", wurde Selenskyj zitiert. Er betonte zudem, dass die Ukrainer jeden Plan in einem Referendum ablehnen würden, der den Verzicht auf Gebiete im Donbass vorsehe, die Russland militärisch nicht erobert habe.

Trump hatte am Montag vor Journalisten gemahnt, die Ukraine solle "besser schnell an den Tisch kommen". Selenskyj merkte im Axios-Interview an, dass seine Gespräche mit den US-Vermittlern Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nicht von derselben Art von Druck geprägt seien wie die öffentlichen Einlassungen des Präsidenten. Das Treffen in Genf folgt auf zwei von den USA vermittelten Gesprächsrunden in Abu Dhabi, die ohne Durchbruch zu Ende gegangen waren. Hauptstreitpunkt bleibt die Kontrolle über die Gebiete in der Ostukraine.

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