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Schwarz-Chef: Mittelstand braucht KI-Gigafactory in Deutschland - Konkurrent Italien

ReutersFeb 12, 2026 8:07 PM

- Der Chef der Schwarz-Gruppe, Gerd Chrzanowski, pocht darauf, dass Deutschland eine der riesigen KI-Giga-Rechenzentren erhält. "Der Mittelstand wird diese Giga-Factory brauchen", sagte Chrzanowski am Donnerstagabend auf einer Europa-Konferenz in München. Sein Unternehmen, zu dem die Handelskette Lidl und auch Schwarz Digits gehört, investiere mehr als zehn Milliarden Euro in ein riesiges Rechenzentrum, brauche also eigentlich den Zuschlag der EU-Kommission nicht. Aber zusammen mit der Deutschen TelekomDTEGn.DE versuche man dennoch eine der fünf sogenannten Gigafactories nach Deutschland zu holen. Der Mittelstand könne solche Zentren nicht finanzieren, brauche aber die Rechenleistungen.

Laut Chrzanowski dürfte eines der fünf besonders leistungsstarken Rechenzentren nach Spanien, eines nach Frankreich, eines nach Finnland und wohl eines nach Polen gehen. Deutschland konkurriere mit Norditalien. "Da kann ich nur sagen, da müssen wir zusammenhalten, da müssen wir Schulter an Schulter stehen", sagte er zu Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf der Veranstaltung. Reiche bezeichnete es als nationale Aufgabe, den Zuschlag für eine Gigafactory zu bekommen, die mit rund 100.000 sogenannten GPU, also superschnellen Recheneinheiten, arbeiten sollen. Dies ist die vierfache Größe des bisher schnellsten Rechners in Europa. Der Staat müsse als sogenannter "Ankerkunde" auftreten, das heißt Aufträge an diese Rechenzentren geben, sagte die Wirtschaftsministerin.

Im Vergleich zu den sogenannten Hyperscalern AmazonAMZN.O Web Services (AWS), MicrosoftMSFT.O und Google erscheinen die europäischen Pläne bescheiden. Der Schwarz-Chef betonte aber, dass die Größe der US-Hyperscaler nicht immer entscheidend sei. Zugleich sprach sich Chrzanowski dafür aus, in Deutschland und Europa erhobenen Daten auch hier zu verarbeiten. Sein Unternehmen habe seine Software gerade von Microsoft auf Google umgestellt. Der Grund seien nicht nur die ständigen Preiserhöhungen von Microsoft, sondern auch deren Anspruch auf den Datenzugang gewesen. Google dagegen lasse den Zugriff bei der Schwarz-Gruppe - so dass die Daten selbst dann sicher seien, wenn US-Präsident Donald Trump plötzlich Probleme bereite. "Das ist beruhigend."

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