
Paris, 10. Feb (Reuters) - Das französisch-deutsch-spanische Kampfflugzeugprojekt FCAS ist nach Angaben des französischen Präsidenten Emmanuel Macron nicht tot. Er hoffe, bald mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz darüber sprechen zu können, sagte Macron in am Dienstag veröffentlichten Interviews mit europäischen Zeitungen wie "Le Monde" und "Financial Times". "Die Franzosen beurteilen FCAS als ein sehr gutes Projekt. Und ich habe noch keine einzige deutsche Stimme gehört, die behauptet, es sei kein gutes Projekt", fügte Macron hinzu. Er hoffe, dass das FCAS-Projekt Fortschritte machen werde.
Das milliardenschwere Projekt steht seit Monaten auf der Kippe, weil der französische Luftfahrtkonzern Dassault die Systemführerschaft und einen deutlich größeren Arbeitsanteil fordert als ursprünglich vereinbart. Dassault produziert den Rafale-Kampfjet. Deutschland und Spanien lehnen das ab.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hatte vor wenigen Tagen betont, dass Deutschland und Frankreich entgegen anderslautenden Medienberichten immer noch versuchten, den Bau des geplanten gemeinsamen Luftkampfsystems FCAS möglich zu machen. "Wir versuchen das zu lösen. Es wird in jedem Falle gemeinsame Systeme geben", hatte er betont. "Wie weit wir auch gemeinsame Flugzeuge weiterentwickeln und bauen, darüber sind wir zurzeit in einem intensiven Dialog mit Frankreich."
Es wird erwartet, dass Merz und Macron bis Ende des Monats eine Entscheidung treffen. Als Alternative gilt, dass beide Länder zwar ein Luftkampfsystem zusammen entwickeln, aber zwei getrennte Kampfflugzeuge bauen. Spanien wiederum dürfte vor allem auf eine Kooperation mit Deutschland setzen. Frankreich braucht Kampfjets, die Atomwaffen tragen und auf Flugzeugträgern landen können. Ein Scheitern des Projekts gilt als Schlag für die Bemühungen Europas, von den USA unabhängiger zu werden.