
Berlin, 09. Feb (Reuters) - Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie und die IG Metall stellen sich beim europäischen Rüstungsprojekt FCAS hinter Pläne für zwei unterschiedliche Kampfjets. In einer gemeinsamen Mitteilung sprachen sich der Branchenverband BDLI und die Gewerkschaft am Montag dafür aus, künftig auf eine "Zwei-Flugzeuge-Lösung" zu setzen. Damit würden der aktuelle Dissens und Planungsunsicherheiten beseitigt. "Eine Zwei-Flugzeuge-Lösung ist kein Scheitern, sondern das Erwachsenwerden von FCAS", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Marie-Christine von Hahn. Sie erlaube unterschiedliche nationale Schwerpunkte und reduziere Reibungsverluste. Angesichts des Streits zwischen Deutschland und Frankreich über die Rollen bei FCAS zeichnet sich diese Lösung seit Längerem ab.
Das europäische Luftkampfsystem FCAS (Future Combat Air System) ist das größte Rüstungsprojekt Europas. Deutschland, Frankreich und Spanien wollen damit gemeinsam ein Nachfolgesystem für die Kampfjets Eurofighter und Rafale entwickeln. Es soll aus einem neuartigen Kampfflugzeug, unbemannten Begleitdrohnen und einer Datenvernetzung bestehen. Das Vorhaben kommt jedoch seit Jahren kaum voran, weil sich die Hauptauftragnehmer DassaultAM.PA aus Frankreich und AirbusAIR.PA für Deutschland nicht über die Führung bei der Entwicklung des neuen Kampfjets einigen können. Frankreich hat andere Anforderungen an den Jet, da dieser etwa auch atomwaffenfähig sein soll und von Flugzeuträgern starten können muss. Begleitdrohnen und die Datenvernetzung könnten nach Informationen aus deutschen Regierungskreisen weiter gemeinsam entwickelt werden.
Die IG Metall begründete ihre Unterstützung für den Vorstoß mit der Sicherung von Arbeitsplätzen. "Wenn die Bundesregierung für ein länderübergreifendes Projekt wie FCAS Steuergelder in die Hand nimmt, muss zu einem fairen Anteil Wertschöpfung in Deutschland entstehen", sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Jürgen Kerner. Die Zwei-Flugzeuge-Lösung könne dies gewährleisten und die Beschäftigung entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Deutschland stärken.