
Genf, 06. Feb (Reuters) - Nach dem Auslaufen des Atomwaffen-Kontrollvertrags "New Start" zwischen Russland und den USA fordert nun auch die Regierung in Moskau, bei einer Neuauflage weitere Atommächte einzubeziehen. Russland würde sich an multilateralen Verhandlungen zur Rüstungskontrolle beteiligen, erklärte am Freitag der russische Botschafter am UN-Sitz in Genf, Gennadi Gatilow. In einen solchen Prozess müssten jedoch auch Großbritannien und Frankreich eingebunden werden. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gefordert, den bisher bilateralen "New Start"-Vertrag durch ein komplett neues Abkommen zu ersetzen, an dem sich auch China beteiligen solle.
Gatilow bedauerte in Genf, dass die USA den Vertrag mit Russland nicht verlängert hätten. Die russische Regierung sei jedoch offen für Diskussionen. Ebenfalls am Freitag hatte der US-Beauftragte für Rüstungskontrolle, Thomas DiNanno, in Genf bekräftigt, in ein neues Abkommen müsse auch China eingebunden werden. Ein bilateraler Vertrag mit nur einer anderen Atommacht sei im Jahr 2026 schlicht unangemessen. China lehnte eine Teilnahme an Verhandlungen am Freitag jedoch ab. Der chinesische Gesandte Shen Jian verwies darauf, dass sein Land mit geschätzten 600 Sprengköpfen über deutlich weniger Waffen verfüge als die USA und Russland mit je rund 4000.
Der "New Start"-Vertrag, der die strategischen Atomwaffenarsenale der USA und Russlands begrenzte, war am Donnerstag ausgelaufen. Russland hatte vorgeschlagen, die Laufzeit freiwillig um ein Jahr zu verlängern, um Zeit für Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen zu gewinnen. Dies lehnten die USA ab. DiNanno warf der Regierung in Peking vor, heimlich Atomwaffentests unternommen zu haben. China sei auf dem Weg, bis 2030 über mehr als 1000 Sprengköpfe zu verfügen.