
Doha, 05. Feb (Reuters) - Die Golf-Staaten sind nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz sehr besorgt über die drohende Eskalation zwischen den USA und dem Iran. "Die Sorge vor einer militärischen Eskalation in der Region ist groß", sagte der Kanzler am Donnerstag in Doha. Die iranischen Luftangriffe vom Juni 2025 seien in der Region noch sehr präsent. "Ich will auch von dieser Seite aus die iranische Führung noch einmal aufrufen, jetzt wirklich in Gespräche einzutreten, die Aggressionen zu beenden, das Atomprogramm zu beenden, so wie es international vereinbart ist", fügte er hinzu. Vor allem Länder wie Katar, Jordanien und Israel sollten von weiteren militärischen Bedrohungen verschont bleiben.
Merz äußerte die Hoffnung, dass die für die kommenden Tage geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran über das Atomprogramm des Landes erfolgreich sind. "Ich will jedenfalls aus meiner Sicht jeden Beitrag zur Deeskalation leisten", fügte er hinzu. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte bestätigt, dass am Freitag Gespräche im Oman stattfinden. Deutschland sei Teil des E3-Formats, das von der UN beauftragt war, das Sanktionsregime gegen Teheran wieder in Kraft zu setzen. "Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass der Iran aufhört, die destabilisierende Macht in der Region zu sein."
Merz reagierte zugleich gelassen auf eine Beschimpfung Araghtschis, der dem Kanzler einen "widerwärtigen Charakter" vorgeworfen hatte. "Ich kann nur sagen, das ist offensichtlich Ausdruck von großer Nervosität und Unsicherheit", betonte der Kanzler.