
Frankfurt, 04. Feb (Reuters) - Die Deutsche TelekomDTEGn.DE hat ihr Rechenzentrum für eine industrielle KI-Cloud am Mittwoch offiziell eingeweiht. "Unsere KI-Fabrik ist die Basis für innovative Geschäftsmodelle, für die Industrie, Startups und den Staat – und für Souveränität", sagte Telekom-Chef Tim Höttges bei der Eröffnungsveranstaltung. "Wir beweisen hier, dass Europa KI kann."
Der Bonner Konzern hat die Anlage in München mit 10.000 Spezialprozessoren von NvidiaNVDA.O ausgerüstet. Der Walldorfer Konzern SAPSAPG.DE liefert die notwendige Software. Einige Unternehmen wie der Münchener Roboterbauer Agile Robots haben bereits Rechenkapazitäten der KI-Fabrik gebucht. Damit sei die Anlage zu 30 Prozent ausgelastet, erläuterte Ferri Abolhassan, der Chef der für das Cloud-Geschäft zuständigen Telekom-Tochter T-Systems. Er hoffe, für die restlichen 70 Prozent schnell Interessenten zu finden. Bei Bedarf könne die Münchener Anlage erweitert werden.
Das Investitionsvolumen der KI-Fabrik beläuft sich bislang auf eine Milliarde Euro. Höttges zufolge ist dies jedoch erst der Anfang. Sein Unternehmen bewerbe sich um den Bau einer KI-Gigafactory. In Europa sollen insgesamt fünf dieser besonders leistungsfähigen Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) entstehen. In ihnen wird voraussichtlich jeweils ein Vielfaches der in München verbauten Prozessoren zum Einsatz kommen. Gigafactories dienen dem Training und dem Betrieb umfangreicher KI-Systeme.
Vor einigen Tagen hatte die Telekom zudem angekündigt, bei ihren klassischen Cloud-Angeboten technologisch zu den großen US-Anbietern AmazonAMZN.O Web Services (AWS), MicrosoftMSFT.O und Google aufzuschließen. "Unternehmen mussten bisher wählen: maximale Funktionalitäten aus Übersee oder europäische Souveränität", sagte T-Systems-Chef Abolhassan. Die "T Cloud Public" ermögliche eine vollständig EU-konforme Datenverarbeitung ohne Zugriff von Drittstaaten. Sie lasse sich zudem nahtlos mit der industriellen KI-Cloud kombinieren.
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