
London, 04. Feb (Reuters) - Der britische Pharmakonzern GSKGSK.L stellt sich unter seinem neuen Vorstandschef Luke Miels angesichts auslaufender Patente bei wichtigen HIV-Medikamenten auf ein langsameres Wachstum ein. In seinem ersten Ausblick seit dem Amtsantritt kündigte Miels am Mittwoch für 2026 ein geringeres Umsatzplus an als im Vorjahr. Die Prognose verdeutlicht die Herausforderungen für Miels, der zu Jahresbeginn die Nachfolge von Emma Walmsley antrat: Während GSK in den vergangenen Jahren massiv in Forschung und Entwicklung investierte, rückt nun die Frage in den Fokus, wie erfolgreich neue Produkte am Markt platziert werden können – insbesondere vor dem Hintergrund drohender Patentabläufe bei den umsatzstarken HIV-Medikamenten ab 2028.
An der Börse sorgte der Ausblick zunächst für Verluste, die Aktie drehte jedoch im frühen Handel mit 1,4 Prozent ins Plus.
Für das laufende Jahr rechnet GSK mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent. 2025 war der Umsatz noch um sieben Prozent auf 32,67 Milliarden Pfund gestiegen und übertraf damit die Analystenerwartungen. Auch im vierten Quartal schnitt GSK mit einem Umsatzanstieg von acht Prozent auf 8,62 Milliarden Pfund und einem bereinigten Gewinn von 25,5 Pence je Aktie besser ab als erwartet. 2026 werde "ein entscheidendes Jahr der Umsetzung und operativen Leistung", erklärte Miels. Der Konzern sei jedoch gut positioniert, um in die nächste Wachstumsphase einzutreten. Trotz des Dämpfers hält GSK an seinem Langfristziel fest, bis 2031 einen Umsatz von mehr als 40 Milliarden Pfund zu erzielen.
Treiber für das künftige Wachstum sollen neue Produkte und Zukäufe sein. Zuletzt hatte GSK mit einem 2,2 Milliarden Dollar schweren Übernahmeangebot für RAPT TherapeuticsRAPT.O seine Pipeline im Bereich Nahrungsmittelallergien gestärkt. Zudem erhielt der Konzern im vergangenen Jahr die Zulassung für fünf neue Medikamente. Für 2026 rechnet GSK jedoch damit, dass die Umsätze im Impfstoffgeschäft und bei den allgemeinen Medikamenten im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken oder stagnieren werden. Unsicherheiten im US-Geschäft belasten dabei die Impfstoffsparte. Das Geschäft mit Spezialmedikamenten soll dagegen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zulegen.