
Madrid, 03. Feb (Reuters) - Spanien folgt dem Beispiel Australiens und will den Zugang zu sozialen Medien für Minderjährige unter 16 Jahren verbieten. Die Anbieter sollen deswegen verpflichtet werden, Systeme zur Altersüberprüfung einzuführen, wie Ministerpräsident Pedro Sanchez am Dienstag bei einer Rede in Dubai ankündigte. Jugendliche müssten vor dem "digitalen Wilden Westen" geschützt werden. Sanchez rief andere europäische Länder auf, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen.
Australien hatte im Dezember als erstes Land ein Verbot beliebter Internet-Plattformen erlassen. Einige andere Staaten - darunter Frankreich und Großbritannien - erwägen jetzt ebenfalls die Einführung einer Altersbegrenzung. Befürworter begründen diesen Schritt mit dem Schutz der körperlichen und seelischen Gesundheit von Minderjährigen.
Sanchez sagte, seine Regierung werde in der kommenden Woche auch einen ähnlich gelagerten Gesetzentwurf vorlegen. Dieser solle Führungskräfte von sozialen Medien für illegale Inhalte und Hassreden zur Verantwortung ziehen. Strafbar sollen demnach auch die Manipulation durch Algorithmen und die Verstärkung illegaler Inhalte werden. Die Staatsanwaltschaft werde zudem prüfen, ob bei den Plattformen Grok von Elon Musk, TikTok und InstagramMETA.O Rechtsverstöße vorlägen.
Die linke Koalitionsregierung von Sanchez beklagt seit längerem die Verbreitung von Hassreden, pornografischen Inhalten und Falschinformationen in den sozialen Medien und deren negative Auswirkungen auf junge Menschen. "Unsere Kinder sind einem Raum ausgesetzt, den sie nie allein hätten erkunden sollen. Das werden wir nicht länger hinnehmen", so Sanchez.