
San Fransisco, 03. Feb (Reuters) - Der ChatGPT-Entwickler OpenAI ist Insidern zufolge auf der Suche nach Alternativen zu den KI-Chips des Marktführers NvidiaNVDA.O und hat dabei auch ein Übernahmeangebot des Chip-Giganten für einen potenziellen Partner abgewehrt. Acht mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, OpenAI habe sich seit dem vergangenen Jahr nach anderen Anbietern umgesehen, da es mit der Geschwindigkeit einiger Nvidia-Prozessoren unzufrieden sei. Nvidia reagierte darauf einem der Insider zufolge unter anderem mit einem Übernahmeangebot für das Startup Cerebras, das dieses jedoch ablehnte und stattdessen eine kommerzielle Vereinbarung mit OpenAI schloss. Der Strategiewechsel könnte das Verhältnis der beiden wichtigsten Akteure im KI-Boom belasten.
Öffentlich bemühen sich beide Seiten, die Spannungen herunterzuspielen. Nvidia-Chef Jensen Huang wies Berichte über Spannungen am Samstag als Unsinn zurück. OpenAI-Chef Sam Altman schrieb auf der Plattform X, Nvidia baue die besten KI-Chips der Welt. Man hoffe, sehr lange ein gigantischer Kunde zu bleiben. Die Suche nach neuer Hardware wirkt sich den Angaben nach auch auf die finanzielle Verflechtung aus. Die Verhandlungen über eine im September angekündigte Investition von Nvidia in OpenAI in Höhe von bis zu 100 Milliarden Dollar ziehen sich hin.
Im Kern geht es um Chips für die sogenannte Inferenz, also den Prozess, bei dem KI-Modelle Nutzeranfragen beantworten. OpenAI benötige für etwa zehn Prozent seiner künftigen Inferenz-Rechenleistung neue Hardware, sagte einer der Insider. Das Unternehmen sucht hierfür Prozessoren mit integriertem Speicher (SRAM), um die Reaktionszeiten zu verkürzen – etwa bei der Programmierung von Software. Nvidias Technologie greift meist auf externen Speicher zu, was Rechenzeit kostet.
Auf der Suche nach Alternativen führte OpenAI Gespräche mit den Startups Cerebras und Groq und schloss eine Vereinbarung mit dem Nvidia-Konkurrenten AMDAMD.O. Nvidia reagierte jedoch strategisch. Der Chip-Riese sicherte sich eine Lizenz für die Technologie von Groq und warb wichtige Chip-Designer ab, was die Verhandlungen zwischen OpenAI und Groq beendete, sagte einer der Insider. Der Lizenzvertrag hat demnach einen Wert von 20 Milliarden Dollar.