
Washington/Neu-Dehli, 03. Feb (Reuters) - Das von US-Präsident Donald Trump verkündete Handelsabkommen mit Indien stößt in der US-Wirtschaft auf ein geteiltes Echo. Während die US-Handelskammer die Einigung am Montag als Fortschritt bezeichnete, übte eine Koalition von mehr als 800 Kleinunternehmen scharfe Kritik. Die Gruppe nannte das Abkommen eine 600-prozentige Steuererhöhung für amerikanische Unternehmen im Vergleich zu 2024. Damals hätten die Zölle auf indische Importe bei zwei bis drei Prozent gelegen, nun würden sie auf 18 Prozent steigen. Trump hatte zuvor eine Senkung der Zölle auf indische Waren von 50 auf 18 Prozent angekündigt.
Im Gegenzug für die Zollsenkung werde Indien seine Ölkäufe aus Russland einstellen und stattdessen Energie aus den USA beziehen, erklärte Trump. Der indische Ministerpräsident Narendra Modi begrüßte die Einigung. An den US-Börsen legten die Aktien großer indischer Unternehmen wie InfosysINFY.NS und WiproWIPR.NS nach der Ankündigung zu. Eine offizielle Proklamation des Weißen Hauses zu dem Abkommen, das auch den Kauf von US-Waren im Wert von 500 Milliarden Dollar durch Indien umfassen soll, lag am Montag zunächst nicht vor.
Die Einigung mit Indien ist Teil einer Reihe von Abkommen, welche die US-Regierung vor einer erwarteten Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu Trumps Zollpolitik abschließen will. Im vergangenen August hatte Trump die Zölle auf 50 Prozent verdoppelt, um Indien zu einem Stopp der russischen Ölkäufe zu bewegen. Ende Januar hatte sich bereits die Europäische Union mit Indien auf ein weitreichendes Handelsabkommen verständigt, das Zölle auf den Großteil der gehandelten Waren beseitigen oder senken soll.