
San Jose, 02. Feb (Reuters) - Bei der Präsidentschaftswahl in Costa Rica liegt die Regierungskandidatin Laura Fernández nach ersten Ergebnissen klar vorn. Nach der Auszählung von fast 70 Prozent der Stimmen kam sie auf 49,61 Prozent, wie die Wahlbehörde am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. Damit würde sie die für einen Sieg in der ersten Runde nötige Hürde von 40 Prozent deutlich überspringen. Ihr stärkster Konkurrent unter den 20 Kandidaten, der Wirtschaftswissenschaftler Alvaro Ramos, der die Nationale Befreiungspartei (PLN), Costa Ricas älteste politische Partei, vertritt, lag ersten Auszählungen nach bei 32,56 Prozent.
Laura Fernández ist die Wunschkandidatin des amtierenden rechtspopulistischen Präsidenten Rodrigo Chaves. Sie hatte im Wahlkampf versprochen, dessen harte Sicherheitspolitik und seinen Anti-Establishment-Kurs fortzusetzen. Bereits in Umfragen vor der Abstimmung hatte Fernández mit gut 40 Prozent klar vor ihren Konkurrenten gelegen. Chaves selbst durfte nicht erneut kandidieren, da die Verfassung eine direkte Wiederwahl verbietet. Er ist jedoch trotz einer auf einen Rekordwert gestiegenen Mordrate und mehrerer Korruptionsermittlungen in der Bevölkerung weiterhin beliebt. Fernández hat angekündigt, Chaves in ihre Regierung einzubeziehen. Hochrechnungen zufolge dürfte ihre Partei künftig 30 der 57 Sitze im Parlament stellen und damit über eine Mehrheit verfügen. Bislang waren es acht.