
Paris, 01. Feb (Reuters) - CapgeminiCAPP.PA trennt sich nach Kritik an einem Auftrag der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE von seiner US-Tochter für das Regierungsgeschäft. Der Verkauf von Capgemini Government Solutions (CGS) werde unverzüglich eingeleitet, teilte der französische IT-Dienstleister am Sonntag mit. Capgemini begründete den Schritt damit, dass US-Sicherheitsauflagen für geheime Regierungsaufträge eine angemessene Kontrolle der Tochtergesellschaft unmöglich machten. Zuvor war das Unternehmen unter Druck geraten, die Zusammenarbeit mit der ICE zu erklären. Französische Abgeordnete und Finanzminister Roland Lescure hatten Aufklärung gefordert. Hintergrund ist die Kritik am Vorgehen der US-Behörde nach der Erschießung zweier Bürger im Bundesstaat Minnesota im vergangenen Monat.
Wirtschaftlich fällt die Sparte kaum ins Gewicht. Die Tochtergesellschaft trägt den Angaben zufolge 0,4 Prozent zum geschätzten Konzernumsatz für das Jahr 2025 bei. Am US-Geschäft hält sie einen Anteil von weniger als zwei Prozent. Konzernchef Aiman Ezzat erklärte in der vergangenen Woche, Capgemini habe erst kürzlich von der Art des im Dezember 2025 vergebenen Auftrags erfahren. Aufgrund von US-Sicherheitsvorschriften habe der Mutterkonzern keinen Einblick in geheime Informationen oder technische Abläufe der Tochter gehabt.
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