
Washington/Riad, 1. Feb (Reuters) - Der von US-Präsident Donald Trump im Oktober zum Sondergesandten für den Irak ernannte Mark Savaya ist nicht mehr im Amt. Dies sagten mit dem Vorgang vertraute Personen am Samstag. Die Personalie fällt in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen Washington und Bagdad wegen des Drängens der USA, den iranischen Einfluss in der irakischen Politik einzudämmen. Savaya selbst bestritt eine Änderung seiner Rolle. Er arbeite noch an den administrativen Verfahren, die für die offizielle Übernahme des Amtes erforderlich seien, sagte er am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Das Weiße Haus und das US-Außenministerium lehnten eine Stellungnahme ab.
Einer der Insider verwies auf Savayas Fehlverhalten in Schlüsselsituationen. Dazu zähle sein Scheitern, die Nominierung des ehemaligen irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zum nächsten Regierungschef zu verhindern. Trump hatte Bagdad offen vor diesem Schritt gewarnt. Als Nachfolger für Savaya sei Tom Barrack im Gespräch, hieß es von dem Insider sowie einem hochrangigen irakischen Regierungsvertreter. Barrack ist US-Botschafter in der Türkei und Sondergesandter für Syrien.
Trump hatte den Irak gewarnt, dass Washington dem Ölförderland nicht mehr helfen werde, sollte Maliki erneut zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Die USA werfen Maliki vor, während seiner Amtszeit konfessionelle Konflikte geschürt und den Aufstieg der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) ermöglicht zu haben. Die Ernennung Savayas, eines irakisch-amerikanischen Unternehmers mit einem Cannabis-Geschäft in Detroit und engen Verbindungen zu Trump, galt als überraschend, da er über keine diplomatische Erfahrung verfügt.
Zwei der Insider zufolge ist Savaya seit seiner Ernennung nicht offiziell in den Irak gereist. Einen für vergangenen Freitag geplanten Besuch im Irak mit einem Treffen mit hochrangigen Regierungsvertretern sagte er nach Angaben von zwei irakischen Beamten kurzfristig ab. Sein Konto auf der Social-Media-Plattform X ist seit Donnerstag nicht mehr erreichbar.