
Minneapolis, 30. Jan (Reuters) - Nach den tödlichen Schüssen auf zwei US-Bürger haben am Freitag Tausende Menschen in Minneapolis und anderen Teilen der USA gegen Einsatzkräfte der Einwanderungsbehörde ICE demonstriert. Schüler und Lehrer verließen im ganzen Land den Unterricht, um den Abzug von ICE-Mitarbeitern aus dem Bundesstaat Minnesota zu fordern. Die Proteste richteten sich gegen die "Operation Metro Surge" der Regierung von US-Präsident Donald Trump, in deren Verlauf zwei US-Bürger von ICE-Mitarbeitern getötet worden waren.
In der Innenstadt von Minneapolis versammelten sich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt Familien und Aktivisten. Auch der Rockmusiker Bruce Springsteen trat dort auf und spielte ein eigens komponiertes Lied. Die Demonstrationen weiteten sich auf 46 Bundesstaaten aus. In Aurora im Bundesstaat Colorado und in Tucson in Arizona blieben Schulen geschlossen, da massenhaft Lehrer und Schüler dem Unterricht fernblieben. Trump hat im Rahmen einer Offensive gegen illegale Einwanderung 3000 ICE-Mitarbeiter in die Region um Minneapolis entsandt – fünfmal so viele wie die örtliche Polizei.
Der Streit über die Einwanderungspolitik hat auch Auswirkungen auf Washington. Da Demokraten im Kongress die Finanzierung der für die ICE zuständigen Heimatschutzbehörde ablehnen, droht ab Mitternacht ein teilweiser Stillstand der Regierungsgeschäfte (Shutdown). Trump bezeichnete die Demonstranten am Freitag erneut ohne Belege als "bezahlte Aufständische". Unterdessen nahm das Justizministerium den ehemaligen CNN-Moderator Don Lemon fest, dem ein Verstoß gegen Bundesgesetze bei einem früheren Protest vorgeworfen wird.