
Mexiko-Stadt, 30. Jan (Reuters) - Mexiko will nach der Verhängung von US-Strafzöllen auf Öllieferungen nach Kuba der Karibikinsel helfen, zugleich aber Sanktionen der amerikanischen Regierung vermeiden. Man werde auf diplomatischem Weg nach Solidarität mit Kuba suchen, sagte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum am Freitag. "Unser Interesse ist, dass das kubanische Volk nicht leidet."
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag per Dekret Strafzölle gegen Länder angekündigt, die Kuba mit Öl beliefern. Der Schritt bringt Mexiko als einen der letzten verbliebenen Öllieferanten in eine Zwickmühle. Der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez sprach auf X von einem internationalen Notstand. Die US-Maßnahme stelle eine ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung dar.
Sheinbaum warnte, ein Stopp der Öl-Lieferungen könne eine weitreichende humanitäre Krise auslösen. Mexiko entscheide zwar souverän über die Lieferungen, jedoch sei die mexikanische Wirtschaft stark von Exporten in die USA abhängig. Mexiko hatte seine Ölexporte nach Kuba zuletzt deutlich erhöht, weil Venezuela als Lieferant ausgefallen ist.