tradingkey.logo

Russische Lukoil plant Verkauf von Auslandsgeschäft an US-Investor Carlyle

ReutersJan 29, 2026 9:58 AM
  • US-Sanktionen wegen Ukraine-Krieg zwingen Ölkonzern zum Verkauf
  • Transaktionswert auf 22 Milliarden Dollar geschätzt
  • Ölfelder, Raffinerien, Tankstellen in Wiener Holding gebündelt
  • Deal steht unter Vorbehalten
  • Für Kasachstan-Geschäft wird separate Lösung angestrebt

- Russlands zweitgrößter Ölkonzern LukoilLKOH.MM will unter dem Druck von US-Sanktionen den Großteil seines Auslandsgeschäfts an den US-Finanzinvestor CarlyleCG.O verkaufen. Unter dem Dach der österreichischen Lukoil International GmbH umfasse dies Aktivitäten in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Mexiko, teilte Lukoil am Donnerstag mit. Ungeachtet der Vereinbarung mit Carlyle würden die Verhandlungen mit anderen Interessenten fortgesetzt. Die Beteiligungen des Konzerns in Kasachstan, für die sich die dortige Regierung interessiert, seien nicht Teil des Pakets.

Der Wert des internationalen Geschäfts von Lukoil wird von Branchenexperten auf 22 Milliarden Dollar geschätzt. Das US-Finanzministerium hatte Lukoil eine Frist zum Verkauf seiner Auslandsgeschäfte bis zum 28. Februar gesetzt. Die Transaktion steht unter Vorbehalten, wie Lukoil und Carlyle mitteilten. Neben einer Buchprüfung werde eine Genehmigung der dem US-Finanzministerium unterstehenden Behörde OFAC (Office of Foreign Assets Control) benötigt. Der Konzern und sein größerer heimischer Rivale RosneftROSN.MM waren im Oktober von den USA mit Sanktionen belegt worden. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte dies mit nur schleppenden Fortschritten der Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine begründet. Trump versucht, beide Staaten zu einer Beendigung ihres Kriegs zu bewegen.

Lukoil ist auf den internationalen Energiemärkten so aktiv wie kein anderer russischer Konzern. Dazu zählen Raffinerien in Bulgarien und Rumänien, Beteiligungen an Ölfeldern in Kasachstan, Usbekistan, dem Irak und Mexiko sowie Hunderte Tankstellen. Die in Wien ansässige Holding Lukoil International GmbH wies in ihrem Finanzbericht für 2024 ein Eigenkapital von 22 Milliarden Dollar aus. Davon entfielen 18,8 Milliarden Dollar auf Anlagevermögen wie Immobilien und Ausrüstung sowie 3,2 Milliarden Dollar auf Barmittel. Zu den Interessenten zählten nach Angaben aus verschiedenen Quellen die US-Ölriesen Exxon MobilXOM.N und ChevronCVX.N, der Konzern IHC aus Abu Dhabi, Midad Energy aus Saudi-Arabien und der Schweizer Rohstoffhändler GunvorGGL.UL.

Die Regierung von Kasachstan hatte am Mittwoch mitgeteilt, sie habe den US-Behörden ein formelles Angebot zum Erwerb der Lukoil-Beteiligungen an Energieprojekten des Landes unterbreitet. Dazu gehören das Kaspische Pipeline-Konsortium, der wichtigste Exportweg für kasachisches Öl, sowie das größte Ölfeld des Landes, Tengis. Das US-Finanzministerium hat bisher zwei Verkaufsversuche blockiert: im Oktober eine Vereinbarung mit der Schweizer Gunvor und im Dezember einen Aktientausch, der von Xtellus Partners, dem ehemaligen US-Ableger der russischen Bank VTB, eingefädelt worden war.

Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Finanz- oder Anlageberatung dar

Verwandte Artikel

KeyAI