
Berlin, 28. Jan (Reuters) - VolkswagenVOWG_p.DE will seine Fahrzeuge verstärkt aus China in die Welt exportieren. Der für das China-Geschäft zuständige Vorstand Ralf Brandstätter verwies in einem Gespräch mit Journalisten am Dienstagabend auf die gute Kostenposition, die VW in China inzwischen erreicht habe. Entsprechend sollten die Exportmöglichkeiten weiter ausgebaut werden. Dabei nannte er die Regionen Südostasien, Naher Osten und Südamerika. "Export nach Europa haben wir nicht vorgesehen", betonte Brandstätter. VW-Chef Oliver Blume sagte, nach drei Jahren mit Spar- und Effizienzprogramm könne der Konzern "operativ wieder voll durchziehen".
In den vergangenen drei Jahren habe der Konzern viel erreicht, sagte Blume. Allerdings hätten sich die Rahmenbedingungen für die Autoindustrie weltweit verschärft. Das erfordere weitere Anstrengungen: "Wir müssen weiter anpacken, vor allem auf der Kostenseite." Die Produkte kämen gut an. "Wir müssen aber damit einfach auch das Geld verdienen, um uns die nötigen Investitionen in die Zukunft leisten zu können."
Volkswagen hat in der Volksrepublik zuletzt deutlich an Marktanteil verloren und ist nach jahrzehntelanger Dominanz inzwischen nur noch die Nummer drei unter den Autobauern nach BYD und Geely. Vor allem bei Elektroautos fährt der Konzern den heimischen Konkurrenten hinterher. Hinzu kommt der Preisverfall bei Elektroautos, der in den vergangenen Jahren der Branche zu schaffen machte. Brandstätter sagte, bei den Preisen sei eine Stabilisierung erkennbar, es gehe nicht weiter abwärts. "Aber die Preise werden auch nicht wieder steigen." VW habe seine Kostenstrukturen darauf ausgerichtet, auch in diesem Umfeld Geld zu verdienen.
"WIR HABEN HART TRAINIERT"
Ziel sei, das neue Geschäft perspektivisch genauso profitabel aufzustellen wie das Verbrennergeschäft. "Daran arbeiten wir", sagte Brandstätter. Langfristig peile Volkswagen an, unter den drei größten Autobauern in China zu bleiben und die Position als führender ausländischer Anbieter zu verteidigen. Beim Marktanteil strebe Volkswagen eine Größenordnung von 15 Prozent an. Das entspreche einem jährlichen Absatz von rund 3,5 Millionen Fahrzeugen.
Blume sieht dafür seinen Konzern gut gerüstet. China sei das Fitnesscenter für die Automobilindustrie in der Transformation, sagte er. "Wir haben trainiert - hart, ehrgeizig und vor allem zielorientiert - und sind jetzt an einem Punkt, wo wir in den Wettkampfmodus einsteigen." Die Wende verspricht sich Volkswagen zum einen von den vollständig in China entwickelten Modellen. Im Werk in Anhui hat die Serienfertigung des ersten Fahrzeugs auf Basis der China-Plattform CEA begonnen. Weiteren Schub soll eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Anbieter Xpeng9868.HK bringen. Das erste gemeinsame Auto kommt 2026 auf den Markt.
Audi hat bereits Ende vergangenen Jahres zusammen mit SAIC eine neue Marke ohne das Logo mit den vier Ringen aufgelegt. In den ersten beiden Monaten seien zwar erst knapp 7000 Fahrzeuge dieser Marke verkauft worden, sagte Brandstätter. Wichtig sei aber, dass damit neue Kunden gewonnen würden.