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US-Kongressabgeordnete in Minnesota mit Flüssigkeit attackiert

ReutersJan 28, 2026 9:49 AM

- Die demokratische US-Abgeordnete Ilhan Omar ist während einer Rede in Minneapolis von einem Mann mit einer übelriechenden Flüssigkeit bespritzt worden. Der Angreifer wurde von einem Sicherheitsmann zu Boden gerungen und nach Angaben der Polizei festgenommen. Omar blieb unverletzt und setzte ihre Rede nach der Attacke fort. Der Vorfall ereignete sich am Dienstag, als die von Präsident Donald Trump wiederholt verunglimpfte Politikerin die Einwanderungsbehörde ICE kritisierte und den Rücktritt von Heimatschutzministerin Kristi Noem forderte.

Das Vorgehen von ICE in Minneapolis hat weltweit für Entsetzen und Empörung gesorgt. Kräfte der Bundesbehörde haben seit Anfang Januar zwei Menschen auf offener Straße erschossen. Die Behörde und das Heimatschutzministerium rechtfertigen das Vorgehen mit Notwehr, doch Videos von den Geschehnissen widersprechen diesen Darstellungen. Die oft vermummten und brutal auftretenden ICE-Fahnder sind in Minnesota gegen den Widerstand der Lokalbehörden im Auftrag der Regierung unterwegs, um Menschen ohne Aufenthaltsberechtigung aufzuspüren und festzunehmen.

Omar ist eine Kongressabgeordnete aus Minnesota. In ihrer Rede forderte sie unter Applaus die Abschaffung von ICE. Heimatschutzministerin Noem müsse zurücktreten oder ihres Amtes enthoben werden, sagte sie. Kurz darauf stand ein Mann in der ersten Reihe auf, besprühte Omar mit dem Inhalt eines Gegenstands, den die Polizei als Spritze beschrieb, und rief: "Sie müssen zurücktreten." Nach Angaben einer Reuters-Mitarbeiterin, die vor Ort war, roch die Flüssigkeit nach Ammoniak und verursachte leichte Reizungen im Hals.

Der Angreifer wurde festgenommen. Omar lehnte es ab, sich medizinisch behandeln zu lassen, und bestand darauf, ihre Rede fortzusetzen. "Ich habe schon in jungen Jahren gelernt, dass man Drohungen nicht nachgibt", sagte sie. "Man blickt ihnen ins Gesicht und bleibt stark." Die heute 43-Jährige kam als zwölfjähriges Mädchen aus Somalia in die USA, seit 2000 ist sie US-Staatsbürgerin. Sie ist häufig Zielscheibe verbaler Attacken von Präsident Trump, der auch immer wieder ihre somalische Herkunft aufgreift. "Ilhan Omar ist Müll", sagte der Republikaner etwa im Dezember bei einer Kabinettssitzung. "Sie ist Müll. Ihre Freunde sind Müll."

Erst am Dienstag hatte die Polizei eine neue Statistik zu Bedrohungen gegen Kongressmitglieder, deren Familienangehörige und Mitarbeiter vorgelegt. Demnach stieg die Zahl 2025 das dritte Jahr in Folge. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 14.938 Fälle untersucht, 2024 waren es 9474.

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