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Syrische Regierung und Kurden verlängern Waffenruhe um 15 Tage

ReutersJan 24, 2026 9:28 PM

- Die syrische Regierung und kurdische Kräfte haben eine in der Nacht zum Sonntag auslaufende Waffenruhe um 15 Tage verlängert. Das syrische Verteidigungsministerium begründete den Schritt am späten Samstagabend mit der Unterstützung eines US-Einsatzes zum Transfer von Gefangenen der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) von Syrien in den Irak. Die von den Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) erklärten, die Einigung sei durch internationale Vermittlung zustande gekommen. Der Dialog mit der syrischen Regierung dauere aber an. Die neue Waffenruhe trat um 23.00 Uhr Ortszeit in Kraft.

In den vergangenen zwei Wochen hatten Regierungstruppen große Gebiete im Norden und Osten des Landes von den SDF erobert. Präsident Ahmed al-Scharaa hatte den kurdischen Kämpfern eine Frist bis Samstagabend gesetzt, die Waffen niederzulegen und sich in die syrische Armee zu integrieren. Kurz vor Ablauf der Frist hatten sich beide Seiten noch gegenseitig eine Eskalation vorgeworfen. Kurdischen Sicherheitskreisen zufolge verstärkten die SDF ihre Verteidigungsstellungen in den Städten Kamischli, Hasaka und Kobane.

Die USA und Frankreich haben Scharaa einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge aufgefordert, nicht in die verbleibenden von Kurden gehaltenen Gebiete einzumarschieren. Diplomaten sagten, es werde befürchtet, dass neue Kämpfe zu massiven Übergriffen auf die kurdische Zivilbevölkerung führen könnten.

Im vergangenen Jahr töteten regierungsnahe Kräfte bei konfessioneller Gewalt fast 1500 Angehörige der alawitischen Minderheit und Hunderte Drusen. Die USA bemühen sich um eine dauerhafte Waffenruhe und eine Integration der SDF, die jahrelang Washingtons wichtigster Partner in Syrien waren.

Scharaa, dessen Truppen Ende 2024 den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad stürzten, will ganz Syrien unter staatliche Kontrolle bringen. Dies schließt auch die von den SDF gehaltenen Gebiete im Nordosten ein. Die kurdischen Behörden, die dort seit einem Jahrzehnt autonome zivile und militärische Einrichtungen unterhalten, widersetzen sich aber einer Eingliederung in Scharaas islamistisch geführte Regierung.

Nachdem eine bis zum Jahresende gesetzte Frist für die Zusammenlegung ohne nennenswerte Fortschritte verstrichen war, starteten die syrischen Truppen im Januar eine Offensive. Sie eroberten rasch zwei wichtige, mehrheitlich von Arabern bewohnte Provinzen von den SDF und brachten damit wichtige Ölfelder, Wasserkraftwerke und einige Einrichtungen mit IS-Gefangenen unter ihre Kontrolle.

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