
22. Jan (Reuters) - US-Präsident Donald Trump erhebt Anspruch auf das zu Dänemark gehörende Grönland. Er will die Insel in der Arktis kaufen. Dänemark lehnt die Forderung ab, europäische Partner unterstützen das Land. Es folgen aktuelle Entwicklungen:
19.23 Uhr - Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den USA erleiden nach den Worten der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas einen schweren Schlag. "Uneinigkeiten zwischen Verbündeten wie Europa und Amerika nützen nur unseren Gegnern, die zuschauen und die Aussicht genießen", sagt Kallas vor einem Krisentreffen der EU-Staats- und Regierungschefs.
18.19 Uhr - Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen fordert angesichts wiederholter Drohungen von US-Präsident Donald Trump bezüglich Grönland eine stärkere Präsenz der Nato in der Arktis. "Wir brauchen eine ständige Präsenz der Nato in der Arktis, auch um Grönland herum", sagt sie vor einem EU-Sondergipfel in Brüssel. Es sei für jeden klar, dass Dänemark ein souveräner Staat sei und dies nicht verhandelbar sei. "Aber natürlich können wir mit den USA erörtern, wie wir unsere gemeinsame Zusammenarbeit bei der Sicherheit in der Arktis stärken können", fügt sie hinzu. Es gebe jedoch rote Linien für ihr Land. Dazu gehöre die Souveränität Dänemarks, die Teil der demokratischen Grundwerte sei. Die letzten Tage hätten gezeigt, wie stark die EU sei, wenn sie geeint auftrete. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch seine Annexionsdrohungen gegen Grönland zum größten Teil zurückgenommen und verzichtet auch auf neue Strafzölle gegen europäische Staaten.
16.10 Uhr - Nach der angekündigten Einigung im Grönland-Streit dringt der finnische Präsident Alexander Stubb auf einen schnellen Plan zur Stärkung der Sicherheit in der Arktis. Dieser solle idealerweise bis zum Nato-Gipfel im Juli in Ankara fertig sein, sagt Stubb der Nachrichtenagentur Reuters in Davos. Er sei zudem überzeugt, dass die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel am Abend zu einer einheitlichen Haltung in der Frage gelangen würden.
15.00 Uhr - Bundesaußenminister Johann Wadephul begrüßt das Einlenken von US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland. Trump habe zu Recht darauf hingewiesen, dass sich mit Blick auf Russland und China neue Sicherheitsrisiken in der Arktis stellten, sagt Wadephul bei einer Pressekonferenz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Es sei die Position der Bundesregierung von Anfang an gewesen, sich diesen Risiken im Rahmen der Nato zu stellen. Insofern fühle sich die Bundesregierung von der jüngsten Entwicklung bestätigt. Er setze darauf, dass Dänemark, Grönland und die USA die Einzelheiten jetzt "sehr schnell und effektiv aushandeln werden".
13.30 Uhr - Die zunehmende Zusammenarbeit zwischen China und Russland auch in der Arktis bereitet der Nato Sorgen. Das sagt der Oberbefehlshaber der Allianz in Europa, US-General Alexus Grynkewich, vor Journalisten. Er verweist auf gemeinsame See- und Luftpatrouillen beider Länder in den vergangenen Jahren. Die Nato versuche ständig, ihre Position zu verbessern, insbesondere in der Arktis.
13.20 Uhr - Die Details eines Abkommens der USA zu Grönland werden nach den Worten von Präsident Donald Trump noch ausgearbeitet. "Im Grunde geht es um totalen Zugang", sagt Trump dem Sender Fox Business Network in Davos. "Es gibt kein Ende, kein Zeitlimit."
13.10 Uhr - Der britische Premierminister Keir Starmer begrüßt die Aufhebung der von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle. Nun beginne der "harte Weg", um eine Lösung für die Sicherheit in der Arktis zu finden, lässt Starmer über einen Sprecher mitteilen. Trump hatte mit Zöllen gegen europäische Staaten gedroht, die sich seinem Wunsch widersetzten, Grönland zu erwerben.
10.55 Uhr - Die Nato-Partner müssen nach einer Rahmenvereinbarung mit US-Präsident Donald Trump ihre Anstrengungen für die Sicherheit in der Arktis verstärken, wie Generalsekretär Mark Rutte der Nachrichtenagentur Reuters in Davos sagt. Die Unterstützung für die Ukraine werde dadurch nicht beeinträchtigt. Es sei nun an den Nato-Kommandeuren, die Einzelheiten auszuarbeiten.
10.30 Uhr - Dänemark führt nach Angaben von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen keine Verhandlungen mit der Nato über die Souveränität Grönlands. Zuvor hatte Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärt, mit US-Präsident Donald Trump über die Verteidigung der Arktis und Grönlands beraten zu haben.
08.41 Uhr - China hat die Darstellung der Nato als haltlos zurückgewiesen, dass die Volksrepublik eine Bedrohung für Grönland sei. "Die sogenannte chinesische Bedrohung" sei unbegründet, sagt ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. China verwehre sich gegen grundlose Behauptungen und dagegen, als Vorwand für eigennützige Zwecke instrumentalisiert zu werden. Die Nato hatte mitgeteilt, Verhandlungen mit den USA über Grönland zielten darauf ab sicherzustellen, dass Russland und China auf der Insel nicht Fuß fassen könnten.
08.01 Uhr - Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat im Grönland-Streit nach eigenen Angaben mit US-Präsident Donald Trump über den Schutz der Arktis-Region gesprochen. Er habe darüber ein sehr gutes Gespräch mit Trump geführt, sagt Rutte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Weitere Gespräche sollten sicherstellen, dass China und Russland weder wirtschaftlich noch militärisch Zugang zu Grönland erhielten.
07.49 Uhr - Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat im Grönland-Streit die Bereitschaft ihres Landes zu einem konstruktiven Dialog über die Sicherheit in der Arktis bekräftigt. Voraussetzung sei jedoch, dass dies unter Achtung der territorialen Integrität Dänemarks geschehe, sagt Frederiksen.
07.10 Uhr - Die Nato bekräftigt, dass Generalsekretär Mark Rutte bei seinem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump über eine Lösung im Grönland-Streit keinen Kompromiss zur Souveränität der dänischen Arktisinsel vorgeschlagen hat. "Der Generalsekretär hat während seines Treffens mit dem Präsidenten in Davos keinen Kompromiss zur Souveränität vorgeschlagen", sagt Nato-Sprecherin Allison Hart. Weitere Angaben machte sie nicht.
05.11 Uhr - Die Ölpreise legen leicht zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 0,14 Prozent auf 65,33 Dollar. Das Fass der US-Sorte WTI kostet mit 60,75 Dollar 0,21 Prozent mehr. Die Preise stützt die Entspannung im Streit zwischen den USA und Europa über Grönland, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Zolldrohungen zurückgezogen hat und ein Rahmenabkommen in Aussicht stellt. Einem Medienbericht zufolge gehen dem Schritt jedoch erhebliche Spannungen unter Trumps Beratern voraus. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärt zudem, Trump gehe es bei dem Thema um die Sicherung der Arktis angesichts der Aktivitäten von China und Russland. Zusätzlichen Auftrieb erhalten die Ölpreise durch Angebotsausfälle in Kasachstan. Ein starker Aufbau der US-Rohöllagerbestände begrenzt jedoch den Preisanstieg.
04.21 Uhr - Der Vorstoß von US-Präsident Donald Trump in der Grönland-Frage hat Insidern zufolge zu Spannungen unter seinen engsten Beratern geführt. Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio hätten auf einen diplomatischen Mittelweg gedrängt, sagen zwei mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Dagegen sei der stellvertretende Stabschef Stephen Miller offen dafür gewesen, eine Annexion und den Einsatz militärischer Gewalt als Optionen beizubehalten. Die Idee, Strafzölle als Druckmittel einzusetzen, sei von Handelsminister Howard Lutnick gekommen.
02.27 Uhr - Die Frage, ob Grönland bei Dänemark verbleibt, kommt nach den Worten von Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei seinem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump nicht zur Sprache. Das sagt Rutte in einem Interview des Senders Fox News. Trump gehe es darum, wie die Arktis angesichts der zunehmenden Aktivitäten von Chinesen und Russen geschützt werden könne. Zuvor hatte Trump ein Rahmenabkommen zu Grönland verkündet und seine Zolldrohungen zurückgezogen.