
Frankfurt, 21. Jan (Reuters) - Erneute Übernahmespekulationen beflügeln die Aktien von QiagenQIA.DE. Die Papiere des Diagnostikkonzerns stiegen am Mittwoch in der Spitze um gut sieben Prozent auf 47,30 Euro, gaben danach allerdings einen Teil der Gewinne ab und notierten zuletzt noch knapp vier Prozent im Plus. Auslöser war ein Medienbericht, wonach das Unternehmen neben anderen strategischen Optionen auch einen möglichen Verkauf prüft. Der Dax-Konzern arbeite mit Beratern zusammen, während der Aufsichtsrat das Interesse von potenziellen Bietern prüfe, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Qiagen habe in den vergangenen Wochen mit mehreren möglichen Käufern gesprochen, darunter strategische Investoren aus den USA. Die Gespräche befänden sich jedoch in einem frühen Stadium und ein Verkauf sei nicht sicher. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme ab.
Die Analysten des US-Investmenthauses Jefferies halten den Zeitpunkt für eine Übernahme für günstig und verwiesen auf den anstehenden Chefwechsel bei Qiagen. Sie sehen einen möglichen Kaufpreis von rund 60 Dollar je Aktie, was einer Bewertung von mehr als 13 Milliarden Dollar entspreche. Sollte es zu einem Bieterwettstreit kommen, sei sogar ein Preis bis Mitte 60 Dollar denkbar. Zur Begründung für die hohe Bewertung verwiesen die Experten auf das differenzierte Portfolio von Qiagen. Sollte ein Deal jedoch platzen, sehen sie auch Abwärtsrisiken für den Aktienkurs.
Übernahmegerüchte um Qiagen sind grundsätzlich nicht neu. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Spekulationen über eine Fusion oder einen Verkauf. Im Jahr 2020 war die milliardenschwere Übernahme durch den US-Laborausrüster Thermo FisherTMO.N am Widerstand der Qiagen-Aktionäre gescheitert. Diese hatten die Offerte wegen der boomenden Nachfrage nach Corona-Tests als zu niedrig abgelehnt. Zuletzt hatten im Herbst 2022 Berichte über Fusionsgespräche mit dem US-Wettbewerber Bio-RadBIO.N für Kursfantasie gesorgt. Auch der französische Rivale BiomerieuxBIOX.PA und der US-Diagnostikspezialist Quidel wurden in der Vergangenheit als mögliche Interessenten gehandelt.
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