
Damaskus, 20. Jan (Reuters) - Die syrische Regierung hat eine Einigung mit den kurdisch geführten Demokratischen Kräften Syriens (SDF) über die künftige militärische und administrative Eingliederung der Provinz Hassaka verkündet. Die Absprache sehe eine Frist von vier Tagen vor, innerhalb derer die SDF einem konkreten Plan zur Integration der Region zustimmen müsse, teilte das Präsidialamt am Dienstag mit. Sollte dies geschehen, würden syrische Regierungstruppen nicht in die Städte Hasaka und Kamischli einrücken. Die Vereinbarung solle noch im Laufe des Tages in Kraft treten. Das syrische Verteidigungsministerium kündigte eine viertägige Feuerpause an.
Die SDF erklärte zunächst, man stimme der Waffenruhe zu, solange man nicht Ziel von Angriffen werde. SDF-Chef Maslum Abdi hatte kurz zuvor noch von anhaltenden Kämpfen berichtet. Seine Miliz habe sich in Regionen mit kurdischer Mehrheit zurückgezogen. Diese zu schützen sei eine "rote Linie". Die Vereinbarung sieht nach Angaben der Regierung auch vor, dass Abdi einen Kandidaten für den Posten des stellvertretenden Verteidigungsministers in Damaskus benennt. Auch die Gespräche über die Aufnahme der kurdischen Verbände in die reguläre Armee sollen fortgesetzt werden.
Der US-Gesandte Tom Barrack schrieb auf sozialen Netzwerken, der Vorschlag sei die beste Option für die Kurden in Syrien. Die ursprüngliche Funktion der SDF, ein Gegengewicht zur Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) zu bilden, habe sich größtenteils erübrigt. Die SDF war im Kampf gegen den IS der wichtigste Verbündete der USA. Gleichzeitig unterstützt Washington nun die Regierung von Präsident Ahmed al-Scharaa. Er versucht, auch die bislang autonom verwalteten Kurdengebiete wieder unter die Kontrolle der Zentralregierung zu bringen. Seine islamistischen Rebellen hatten Ende 2024 den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt.