
18. Jan (Reuters) - Im Streit um Grönland hat US-Präsident Donald Trump am Samstag Zölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland angekündigt. Sie sollen ab dem 1. Februar zehn Prozent betragen und ab dem 1. Juni auf 25 Prozent steigen. Aufgehoben werden sollen sie, wenn ein Abkommen zustande kommt, das den USA den Kauf der strategisch wichtigen und an Rohstoffen reichen Insel ermöglicht. Es folgen aktuelle Entwicklungen:
13.00 Uhr - Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, die EU zerschlagen zu wollen, weshalb man eine klare Botschaft an Washington senden müsse. "Donald Trump braucht Klartext. Vorgemacht hat das Brasiliens Präsident Lula mit Erfolg, als er ihn mit harten Gegenzöllen zum Einlenken gebracht hat", sagt der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion der Nachrichtenagentur Reuters. "Eine ähnlich präzise, geschlossene Antwort sollte durch die EU vorbereitet sein. Und trotz jüngster Entwicklungen darf die europäische Gemeinschaft in der Solidarität zu Grönland und Dänemark nicht einknicken." Spätestens mit der im November 2025 veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie der US-Regierung hätte "auch dem Letzten" klar geworden sein müssen, dass Trump Europa spalten und die EU zerschlagen wolle. Deshalb seien die neu angekündigten Zölle keine Überraschung. Europa dürfe sich davon nicht einschüchtern lassen.
11.45 Uhr - Der niederländische Außenminister David van Weel hat die Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump gegen europäische Verbündete im Grönland-Streit als unnötige Erpressung kritisiert. Dieses Vorgehen Trumps helfe weder der Nato noch Grönland, sagt van Weel im niederländischen Fernsehen. Die Nato-Übung auf Grönland, an der sich die acht europäischen Länder beteiligen, gegen die Trump seine Zolldrohung gerichtet hat, solle die Bereitschaft Europas zeigen, beim Schutz der dänischen Arktisinsel zu helfen. Trump sollte die diplomatischen Bemühungen im Streit über seinen Anspruch auf Grönland nicht mit dem transatlantischen Handel verknüpfen.
11.40 Uhr - Die Grünen dringen angesichts der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zusatzzölle auf eine harte Antwort Europas. "Appeasement reicht nicht aus, wenn Trump vor unseren Augen die Weltordnung in Trümmer legt", sagt Parteichefin Franziska Brantner den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Dies sei eine "historische Bewährungsprobe für den Kanzler". Brantner fordert eine Digitalabgabe auf US-Tech-Konzerne und gezielte Zölle auf Produkte aus Trumps Unternehmerkreisen.
11.10 Uhr - Der Maschinenbauverband VDMA fordert eine harte Haltung der EU gegenüber der Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland. "Europa darf sich nicht erpressen lassen", sagt VDMA-Präsident Bertram Kawlath. "Wenn die EU hier nachgibt, wird es den amerikanischen Präsidenten nur ermutigen, die nächste aberwitzige Forderung zu stellen und mit weiteren Zöllen zu drohen." Solange mit Strafzöllen gedroht werde, dürfe das Europäische Parlament keinen Zollkürzungen für die USA zustimmen. Die EU-Kommission solle den Einsatz ihres Instruments gegen handelspolitische Zwangsmaßnahmen prüfen. Dieses Instrument ermöglicht es der EU, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn wirtschaftlicher Druck ausgeübt wird, um politische Entscheidungen zu erzwingen. Grönland sei ein Teil Europas und müsse es bleiben.
11.00 Uhr - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kritisiert die angekündigten US-Zölle scharf. "Die angekündigten Zölle zeigen leider erneut, wie unberechenbar die US-Handelspolitik geworden ist", sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Der Einbruch der deutschen Exporte in die USA um fast zehn Prozent im Jahr 2025 wäre damit "nur ein Aufgalopp". Der US-Präsident verknüpfe nun politische Ziele in "inakzeptabler Weise" mit wirtschaftlichem Druck gegen einzelne EU-Staaten. Die Europäische Union müsse geschlossen handeln und dürfe sich nicht spalten lassen. Eine Senkung der EU-Zölle auf US-Industriegüter sei damit unwahrscheinlich geworden.
8.30 Uhr - Eine US-Invasion in Grönland würde nach den Worten des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez den russischen Präsidenten Wladimir Putin "zum glücklichsten Mann der Welt machen". "Warum? Weil sie seinen versuchten Einmarsch in die Ukraine legitimieren würde", sagte Sanchez der Zeitung "La Vanguardia". Jede militärische Aktion der USA gegen die Insel würde der Nato schaden. "Sollten die Vereinigten Staaten Gewalt anwenden, wäre das der Todesstoß für die Nato. Putin wäre doppelt erfreut."