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Syrische Regierungstruppen rücken im Norden vor - Kurden ziehen sich zurück

ReutersJan 17, 2026 12:45 PM

- Im Konflikt mit den Kurden sind syrische Regierungstruppen am Samstag in Dutzende Städte und Dörfer im Norden des Landes eingerückt. Bis zum Mittag kontrollierten sie die Stadt Deir Hafer und umliegende Dörfer, deren Bewohner überwiegend Araber sind. Zuvor hatten sich kurdische Kämpfer im Rahmen einer Vereinbarung zurückgezogen, die neue Kämpfe verhindern sollte. Der Anführer der von Kurden geführten SDF-Miliz, Maslum Abdi, hatte in der Nacht erklärt, seine Truppen würden sich als Geste des guten Willens auf das Gebiet östlich des Euphrat zurückziehen. Dennoch kam es in einigen Orten zu Zusammenstößen. Der Fluss bildet nun die Frontlinie zwischen den Regierungstruppen im Westen und den kurdischen Kräften im Osten.

Die syrische Armee übernahm nach eigenen Angaben auch die Kontrolle über zwei Ölfelder. Kurdische Streitkräfte kontrollieren weiterhin einige der größten Ölfelder Syriens in der weiter östlich gelegenen Provinz Deir el-Zor. Die syrische Regierung besteht darauf, dass diese Felder von der Zentralregierung verwaltet werden. Die Armee kündigte an, nun die Stadt Tabqa einzunehmen.

Hintergrund sind die seit Wochen anhaltende Spannungen zwischen der Regierung und der SDF-Miliz. Präsident Ahmed al-Scharaa hat geschworen, das seit 14 Jahren vom Krieg zerrissene Land wieder zu vereinen. Die kurdische Führung misstraut jedoch seiner von Islamisten geführten Regierung. Monatelange Gespräche über eine Integration der kurdischen Verwaltung in die staatlichen Institutionen waren zuvor ins Stocken geraten. Daraufhin waren vergangene Woche in der nördlichen Stadt Aleppo Kämpfe ausgebrochen, die mit einem Rückzug kurdischer Kämpfer endeten. Die Zentralregierung zog dann Anfang der Woche Truppen um Städte im Norden und Osten herum zusammen, um die Kurden zu Zugeständnissen zu zwingen.

Um die Spannungen abzubauen, reiste der US-Gesandte Tom Barrack am Samstag zu Gesprächen mit SDF-Anführer Abdi und dem irakischen Kurdenführer Masud Barsani nach Erbil im Nordirak.

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