
Washington, 15. Jan (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat vorerst auf die Einführung von Zöllen auf kritische Rohstoffe wie Seltene Erden und Lithium verzichtet. Stattdessen wies er seine Regierung am Mittwoch an, die Versorgung durch Verhandlungen mit internationalen Handelspartnern zu sichern. Mit dem Schritt schiebt Trump eine Entscheidung über Zölle auf, die die US-Wirtschaft weiter belasten könnten.
Trump beauftragte den Handelsbeauftragten Jamieson Greer und Handelsminister Howard Lutnick, entsprechende Gespräche aufzunehmen. Ziel der Verhandlungen sei es, die Importe so anzupassen, dass sie die nationale Sicherheit der USA nicht gefährden. Die Gespräche sollen zudem die Einführung von Preisuntergrenzen für kritische Rohstoffe fördern. Über einen solchen Schritt hatten zuletzt unter anderem die Finanzminister der G7-Staaten beraten. Sollten die Verhandlungen scheitern, schloss Trump die Festlegung von Mindestimportpreisen oder andere Maßnahmen nicht aus.
Die Entscheidung folgt einer Empfehlung des Handelsministeriums. Dieses hatte in einem Bericht festgestellt, dass die USA zu sehr von ausländischen Quellen abhängig seien. Diese Abhängigkeit stelle eine Schwachstelle für die nationale Sicherheit dar. China ist beispielsweise der weltweit größte Produzent und Verarbeiter vieler dieser Mineralien. "Der Abbau eines Minerals im Inland schützt die nationale Sicherheit nicht, wenn die Vereinigten Staaten für die Verarbeitung dieses Minerals weiterhin von einem fremden Land abhängig sind", hieß es dazu in der Anordnung des Präsidenten.