
Paris, 14. Jan (Reuters) - Deutschland wird anders als Frankreich angesichts der Ansprüche von US-Präsident Donald Trump auf Grönland derzeit kein Konsulat auf der autonomen dänischen Insel eröffnen. Für die Vertretung der Deutschen vor Ort sei nach wie vor die Botschaft in Kopenhagen zuständig, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Mittwoch in Berlin auf Anfrage. Deutschland werde aktuell auch von einem Honorarkonsul in Grönland vertreten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.
Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot hatte am Mittwoch dem französischen Sender RTL gesagt, dass die französische diplomatische Vertretung auf Grönland am 6. Februar ihre Arbeit aufnehmen solle. Die USA müssten aufhören, Grönland zu erpressen und die Kontrolle über die größte Insel der Welt zu fordern. Die Pläne für das Konsulat gibt es demnach seit dem vergangenen Jahr.
Grönland ist ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark und damit Teil des Nato-Bündnisses. US-Präsident Donald Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Interesse am Kauf der riesigen, rohstoffreichen Insel gezeigt, was die Regierung in Kopenhagen jedoch zurückgewiesen hatte. Der US-Präsident führt nun unter anderem Sicherheitsinteressen der USA als Begründung für die Übernahme der Insel zwischen Nordatlantik und dem Nordpolarmeer an. Die Regierungen Grönlands, Dänemarks und der EU pochen darauf, dass die Grönländer und Dänemark selbst über ihre Zukunft entscheiden.