
Dubai, 13. Jan (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat die Demonstranten im Iran zu weiteren Protesten ermutigt und ihnen Hilfe in Aussicht gestellt. "Iranische Patrioten, protestiert weiter - übernehmt eure Institutionen", schrieb Trump am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social. "Hilfe ist auf dem Weg", fügte er hinzu, ohne weitere Details zu nennen. Er habe alle Treffen mit iranischen Vertretern abgesagt, bis das "sinnlose Töten von Demonstranten" aufhöre. Die Führung in Teheran verschärft unterdessen ihre Gangart gegen die Demonstrationen.
Die seit dem 28. Dezember andauernden Proteste im Iran hatten sich an der schlechten Wirtschaftslage entzündet und waren in Forderungen nach einem Sturz der Führung der Islamischen Republik gegipfelt. Sicherheitskräfte gingen gewaltsam dagegen vor. Nach staatlichen Angaben vom Dienstag wurden rund 2000 Menschen getötet. Darunter seien Zivilisten und Sicherheitskräfte, sagte ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Inzwischen geht auch die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation Hrana von mehr als 2000 Toten aus. Darunter seien 1850 Demonstranten sowie 135 Angehörige der Sicherheitskräfte und mehrere Unbeteiligte, teilte die Organisation am Dienstag mit. Zuvor hatte sie die Zahl der von ihr verifizierten Todesfälle bis Montag auf 646 beziffert.
Trump hatte am Montagabend allen Handelspartnern des Irans mit Strafzöllen gedroht. "Mit sofortiger Wirkung wird jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran macht, einen Zoll von 25 Prozent auf den gesamten Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika zahlen", hatte Trump erklärt. Der Iran, der bereits unter strengen US-Sanktionen steht, exportiert einen Großteil seines Öls nach China. Die Regierung in Teheran hat auf die Ankündigung der Zölle noch nicht öffentlich reagiert, jedoch kam umgehend Kritik aus China.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sagte dem Sender Al Jazeera jedoch am Montag, er stehe weiterhin mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in Kontakt. Die iranischen Behörden werfen den USA und Israel vor, die Unruhen angezettelt zu haben.