
12. Jan (Reuters) - Venezuela hat nach der Gefangennahme von Präsident Nicolas Maduro durch die USA eine Reihe von politischen Gefangenen freigelassen. Umstritten war am Montag allerdings deren Anzahl. Die Regierung in Caracas sprach von 116 entlassenen Häftlingen. Ihnen war eine Störung der verfassungsmäßigen Ordnung und der Untergrabung der Stabilität des Landes vorgeworfen worden, wie das Ministerium für Strafvollzug mitteilte. Die Menschenrechtsgruppe Foro Penal hingegen erklärte, es seien nur 41 Gefangene freigekommen.
Seit Maduros völkerrechtlich umstrittener Gefangennahme durch die USA und seiner Vorführung vor einem New Yorker Gericht unter dem Vorwurf wegen Drogenhandels ist die politische Zukunft Venezuelas ungeklärt. Die Freilassung von Hunderten politischen Gefangenen in dem südamerikanischen Land ist eine langjährige Forderung von Menschenrechtsgruppen und Oppositionellen. Die Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado ist eine ihrer prominentesten Stimmen. Nach Angaben von Foro Penal wurden Anfang des Jahres in Venezuela mindestens 800 Menschen unter dem Vorwurf politischer Vergehen festgehalten. Machado wurde am Montag von Papst Leo im Vatikan empfangen. Einzelheiten zu dem Gespräch wurden zunächst nicht bekannt.