
Salen, 12. Jan (Reuters) - Eine gewaltsame Einnahme von Grönland durch die USA bedeutet EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius zufolge das Ende der Nato. "Ich stimme der dänischen Ministerpräsidentin zu, dass dies das Ende der Nato sein wird", sagte Kubilis der Nachrichtenagentur Reuters am Montag bei einer Sicherheitskonferenz in Schweden. Auch bei der Bevölkerung dürfte ein solcher Schritt sehr negativ aufgenommen werden. Laut EU-Statuten müssten die Mitgliedsländer in einem solchen Fall beispringen, führte er aus. "Es kommt sehr stark auf Dänemark an, wie es reagiert, wie es sich positioniert, aber es besteht definitiv eine Verpflichtung der Mitgliedstaaten, einander beizustehen, wenn ein anderer Mitgliedstaat mit militärischer Aggression konfrontiert ist."
US-Präsident Donald Trump hat Anspruch auf Grönland erhoben. Er schloss auch einen militärischen Einsatz nicht aus, um sich Grönland anzueignen. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederikson hat die Ansprüche der USA zurückgewiesen und vor einem Ende der Nato gewarnt. "Wenn die USA beschließen, ein anderes Nato-Land anzugreifen, hört alles auf, einschließlich der Nato und der Sicherheit, die das Bündnis seit dem Zweiten Weltkrieg geboten hat", sagte sie.
Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark hatten in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt, dass nur Grönland und Dänemark über ihre Beziehungen entscheiden könnten. Die Insel mit ihren 57.000 Einwohnern ist ein autonomes Gebiet Dänemarks. Die USA und Dänemark sind durch die Nato-Mitgliedschaft zu gegenseitigem Beistand verpflichtet.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte sagte, alle Verbündeten seien sich über die Bedeutung der Arktis einig. "Wir müssen sicherstellen, dass die Arktis sicher bleibt", sagte er. "Die Arktis muss Priorität haben." Nun würden die nächsten Schritte beraten, um sicherzustellen, dass die Gespräche über das Gebiet weitergeführt würden und dass man als Allianz alles gemeinsam mache.